Bock auf Bock-Jagdmöglichkeiten

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Jagdmöglichkeiten

JAGDMÖGLICHKEITEN
Die Bockjagd ist in vollem Gange. Aber der revierlose Jäger schaut in die Röhre, und manch einen reizt die Jagd auf einen Mehrjährigen in einem anderen Landstrich. Wo und zu welchen Konditionen Sie Ihren Bock bekommen, verrät Peter Schmitt.

Bei den meisten Landes- beziehungsweise Staatsforstbetrieben der Flächenbundesländer gibt es die Möglichkeit zu Einzelabschüssen von Rehböcken oder Kurzjagdgelegenheiten, die den Abschuss von mehrjährigen Böcken beinhalten. Erstaunlicherweise sind solche Angebote recht preiswert und gestatten zudem meist noch, auf andere Stücke oder Wildarten zu waidwerken. Der Nachteil: Eine Erfolgsgarantie werden Sie bei keinem Forstbetrieb bekommen, und ein Mehrjähriger ist dort eben ein Mehrjähriger. Wenn Sie Glück haben, erlegen Sie Ihren Lebensbock für „einen Appel und ein Ei“, wahrscheinlicher ist es allerdings, dass Sie sich mit einem durchschnittlichen Bock begnügen müssen. Aber dicke Trophäen sind ja bekanntlich nicht alles. Die Bock- und Kurzjagdangebote der Forstbetriebe sind sehr umfangreich, weshalb im Folgenden einzelne Jagdgelegenheiten aufgeführt sind, die besonders verlockend erscheinen.

Sehr zu empfehlen ist die „Jagderlebnis-Datenbank“ der Landesforsten Rheinland-Pfalz. Auf www.waldrlp. de können Sie mit wenigen Klicks in einer Art Jagdmöglichkeiten-Suchmaschine die für Sie passenden Angebote suchen und finden. Informationen zu den einzelnen Jagdgebieten (etwa Jahresstrecke/100 Hektar der zu bejagenden Wildart) lassen eine realistische Einschätzung der Erfolgschancen
zu. Gibt man etwa „Bockjagd“ in die Suchmaschine ein, erhält man unter anderem das Angebot zur „Bockjagd in der Blattzeit 2014“ im Forstamt Altenkirchen. Innerhalb von 14 Jagdtagen haben Sie dort auf 50 Hektar die Möglichkeit, für 310 Euro drei Rehböcke ohne Trophäenlimit zu erlegen. Drei Schmalrehe und Schwarzwild ohne Begrenzung sowie Füchse sind inklusive. In der „Jagderlebnis-Datenbank“ finden sich jederzeit interessante Angebote (nicht nur zur Bockjagd). Reinschauen lohnt sich also.

Eine ausführliche Übersicht zu (Bock-)Jagdgelegenheiten bietet Hessen-Forst. So haben Sie beispielsweise zur „Blattjagdwoche“ im Forstamt Schotten die Möglichkeit, für 320 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) einen Mehrjährigen, einen Jährling sowie Frischlinge und Überläufer zu erlegen. Der Zeitraum wird individuell für eine Arbeitswoche von Montag bis Freitag im Juli oder August festgelegt.

Vom ersten August bis zum 30.September haben Sie mit der Jagderlaubnis „Sommerjagd“ von Thüringen Forst die Option, für mindestens 150 Euro (Preise können je nach Forstamt abweichen) mehrjährige Böcke zu jagen. Zusätzlich sind der Nachwuchs und weibliches Wild der vorkommenden Schalenwildarten freigegeben. Sauen – auch Keiler – und Raubwild sind Ihnen ebenso gegönnt. Eine stichprobenhafte Nachfrage beim Forstamt Bad Berka – dieses Forstamt ist mit 300 Euro für die Sommerjagd im oberen Bereich angesiedelt – zu den Erfolgsaussichten dieses Angebots, ergab, dass gute Chancen bestünden, mehrfach zu Schuss zu kommen. (Anfragen direkt an die einzelnen Forstämter. Eine Übersicht finden Sie auf www.thueringenforst.de)

Bei Forst Brandenburg erhalten Sie entsprechende Jagdangebote auf Nachfrage bei den einzelnen Landesoberförstereien (Übersichtskarte und Kontakte auf www.forst.brandenburg.de).
Bei der Landesförsterei Alt Ruppin können Sie innerhalb einer Jagdwoche (fünf Jagdtage) für 150 Euro jagen. Jeder mehrjährige Bock wird pauschal mit 80 Euro angerechnet.

Wer für einen Grundbetrag von 140 Euro Rehböcke sowie den Nachwuchs der verschiedenen Schalenwildarten, Schmalspießer und Überläufer an bis zu sieben Jagdtagen erlegen möchte, ist beim Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt richtig. Allerdings sollten Sie zuvor die vorkommenden Wildarten (wenn es nicht nur auf den Bock gehen soll) und die Freigabe bei den einzelnen Forstbetrieben
klären. (Übersichtskarte und Kontakte auf www.landesforstbetrieb.sachsen-anhalt.de)

Privat-Angebote im Internet
Auf Auktions-Plattformen, wie eGun oder ebay, findet man auch immer wieder verschiedene Jagdangebote. Zur Zeit, als der Artikel verfasst wurde, standen fünf verschiedene Bockjagden zur Auswahl. Für 490 Euro Sofortkauf-Preis wurde zum Beispiel eine Bockjagdwoche in Mecklenburg angeboten. Die Abrechnung eines mehrjährigen Bockes erfolgt per Gewicht, wonach ein 300-Gramm-Bock mit 290, ein
400-Gramm-Bock mit 590 Euro zu Buche schlägt. Das Schmankerl: Rot- und Damkahlwild, Rot- und Damschmalspießer, Frischlinge und Überläufer sowie Schmalrehe gab es kostenfrei obendrauf. Bei einem Mindestgebot von 200 Euro (Versteigerung) versprach ein anderes Angebot den Abschuss zweier Rehböcke im Thüringer Wald inklusive unbegrenztem Schwarzwildabschuss. Es kann sich also lohnen, ab und zu auf diesen oder ähnlichen Internet-Plattformen nach (Bock-) Jagdgelegenheiten Ausschau zu halten.

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