Bundesjägertag 2018 in Bremen

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PM DJV

Etwa 400 Delegierte und Gäste kamen Mitte Juni nach Bremen zum Bundesjägertag 2018. Lebensraum gestalten und Fressfeinde bejagen: BUND und Landesjägerschaft Bremen demonstrierten im Bremer Blockland erfolgreichen Wiesenbrüterschutz. ASP, Wolf, Artenschutz: Experten diskutierten auf dem Podium über drängende jagdliche Fragen.

Bundesjägertag 2018
Im Rahmen des Bundesjägertages fand eine Exkursion ins Bremer Blockland statt. Quelle: Kapuhs/DJV

Vergangene Woche trafen sich etwa 400 Delegierte und Gäste auf dem Bundesjägertag in Bremen. Schwerpunkte waren erfolgreicher Wiesenbrüterschutz in der Praxis und eine Podiumsdiskussion zu den aktuellen jagdpolitischen Themen Wolf, Afrikanische Schweinepest (ASP) und Artenschutz in Agrarlandschaften.

Die Landesjägerschaft Bremen zeigte zusammen mit dem BUND auf einer Exkursion ins Bremer Blockland die erfolgreiche Zusammenarbeit für den Vogelschutz. Seit 2014 hat sich dort die Anzahl der Wiesenbrüter mehr als verdoppelt – durch Kombination von Lebensraumverbesserung und Fuchsbejagung. 2018 gab es erstmals mehr als 500 Brutpaare. Besonders erfolgreich ist der Kiebitz mit 350 Brutpaaren. Eindrucksvoll ist die Entwicklung beim Großen Brachvogel: Innerhalb von vier Jahren ist die Zahl der brütenden Vogelpärchen von 10 auf 50 gestiegen.

Im Anschluss an die Delegiertenversammlung diskutierten Experten zu den Themen Wolf, ASP und Artenschutz in Agrarlandschaften. Teilnehmer der Diskussion waren Jürgen Hammerschmidt (Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossen und Eigenjagdbesitzer), Bernd Bahr (Bundesverband Deutscher Berufsjäger), Gregor Beyer (Forum Natur Brandenburg), Gerhard Dohme (Deutscher Bauernverband), Max Freiherr von Elverfeldt (Familienbetriebe Land und Forst NRW) und DJV-Präsident Hartwig Fischer.

Ausgewählte Zitate aus der Podiumsdiskussion

DJV-Präsident Hartwig Fischer zum Wolf: „Die Population des Wolfes wächst jährlich um 30 Prozent, entsprechend nehmen die Konflikte zu. Mobile Eingreiftruppen, die auffällige Wölfe letal entnehmen sollen, lehnen wir ab. Erster Ansprechpartner muss der Revierpächter sein. Wir schlagen eine Opt-out-Lösung vor: Lehnt der Pächter ab, kann die Behörde in Abstimmung mit ihm eine Alternativlösung suchen.”

Wildmeister Bernd Bahr (Vorsitzender Bundesverband der Berufsjäger) zu Afrikanische Schweinepest (ASP) und Nachtsichtoptik: „Die Nachtzieltechnik wird uns nicht weiter bringen (…) Jeder Schritt weiter in der Technisierung macht die Jagd ärmer. Wenn wir ausgerüstet wie das Militär gegen das Wild vorgehen, leidet die Akzeptanz der Jagd in der öffentlichen Wahrnehmung.“

Gregor Beyer (Geschäftsführer Forum Natur Brandenburg) zum Thema ASP: „Wenn die ASP ausgebrochen ist, ist es zu spät. Wir brauchen jetzt eine Strategie. (…) Stattdessen führen wir alle möglichen Scheindebatten über Nachtzielgeräte.”

Gerhard Dohme (stv. Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes) zum Thema Wolf: „Auf Deichen und in Heidelandschaften hat der Wolf nichts verloren. Da müssen wir konsequente Entnahmen durchführen.”

Jürgen Hammerschmidt (Vorsitzender BAGJE) zum Thema ASP: „Jagdschneisen unter 1 Prozent der gesamten Feldfläche sind bereits hilfreich bei der Schwarzwildbejagung. Eine Beantragung ohne bürokratische Hürden, etwa großartige Vermessung, muss möglich sein.”

Max Frhr. von Elverfeldt (Vorstandsvorsitzender des Verbandes Familienbetriebe Land und Forst NRW) zum Thema Artenvielfalt in der Kulturlandschaft: “Das Problem ist in unseren Köpfen: Es kommt darauf an, was wir sehen wollen und wofür wir ein Gespür haben. Der Acker muss so angelegt werden, dass auch Wildtiere etwas davon haben. Das muss in die Köpfe.”