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Fallenstandort – Erfolgreich zugeschnappt

  • Kategorie Aktuelles, Jagdpraxis / Brauchtum
  • Datum 16. Oktober 2019
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Fallenstandort
Fallenstandort am Waldrand. Raubwild schnürt bei der Fraßsuche an Grenzlinien entlang Fotos: Jens Krüger

Wer den richtigen Platz wählt, wird reichlich Beute machen. Das gilt für alle Fallen, speziell aber für den Marder. Füchse suchen weiträumiger, insbesondere alte sind schwer zu überlisten. Armin Liese

Fallenstandort – Wohin mit der Falle?
Die Antwort ist leicht: Dort, wo Raubwild und Raubzeug Fraß suchen. Doch wo ist dies im Revier? Pässe und Wechsel, Kratzspuren, Neuschnee und Wildkameras verraten, wo ein geeigneter Fallenstandort ist. Um möglichst effektiv zu suchen, gibt es ein paar Tipps, wo die Falle hingehört.

Kombiniere, kombiniere
Wer sich sein Revier bei Google- Maps im Luftbild anschaut, erkennt Strukturen: Wege, Feldgehölze, Hecken, Fichtenschonungen, Knicks, Bachläufe, Teichufer und Bestandsgrenzen in Wald und Feld. All diese natürlichen Linien nutzt Raubwild bei der Fortbewegung und Fraßsuche, daher sind sie grundsätzlich geeignet für Fallen.
Hinzu kommen Luderplätze, Baue, „Kinderstuben“, Durchlässe, Einstände, Reisighaufen und Feldscheunen – alles Tagesschlafplätze der ersehnten Beute. Von dort aus startet der hungrige Fuchs, Dachs, Marder oder Waschbär zum nächtlichen Beutezug.
Diese 2 Informationsebenen können zu Hause geplant werden. Hinzu kommt Erfahrung und Revierkenntnis. Kombiniert man die Fakten, kann man sich schnell auf einem Luftbild ein Netz für Fallenstandorte anlegen. Dabei sollte genug Abstand zwischen den Kirrstellen sein, sonst putzt ein Marder jede Nacht 3 Plätze. Das ist nicht Sinn der Fallenjagd.
Bevor nun teure Fallen im Revier verteilt werden, sollte man erst einmal testen. An den aussichtsreichsten Plätzen wird ein Ei ausgelegt, etwas Hundefutter verteilt oder Aufbruch eingegraben. So lässt sich innerhalb weniger Wochen herausfinden, wo Raubwild regelmäßig vorbeischaut.

Fallenstandort
Holzkastenfalle auf einer Brücke über den Wassergraben. Da fängt sich auch der Altfuchs

Schlauer Fuchs
Falle ist nicht gleich Falle: Jungfuchsfallen werden im Geheckbau genutzt. Hier geht es ausschließlich um den Nachwuchs von Reineke. Das ist ein Sonderfall, der sonst nichts mit der eigentlichen Fallenjagd zu tun hat.
Fuchs, Dachs und Marder, wo er vorkommt auch Waschbär, sind die eigentlichen Arbeitgeber für den Fallensteller. Abzugeisen müssen in einen Fangbunker. Durch den kleinen Einschlupf reduziert man das Beutespektrum auf Stein- und Baummarder. Die Standorte für die Bunker richten sich also ausschließlich nach den Mardern.
Trockene Fichtenwäldchen, am besten in Kuppenlage, gelten als perfekt. Das mag stimmen, allerdings sind Waldsäume oder Heckenstreifen mindestens genau so gut. Hier suchen Marder nach Gelegen und jungen Singvögeln. Wer alles fangen will, arbeitet mit Kasten- oder Betonrohrfallen. Dabei stellt der Altfuchs in der Lebendfalle die größte Herausforderung für den Fallensteller dar. Waschbären fangen sich sehr leicht – jede Kastenfalle ist gut für sie. Trockenobst oder süße Leckereien ziehen den Sohlengänger magisch an.

Wer das Geheck kennt, hat den Nachwuchs leicht mit der Jungfuchsfalle unter Kontrolle

Dachse sind auch recht einfach zu fangen. Meister Grimbart stellt keine besonderen Ansprüche an die Fallenbehausung. Überall wo er reinpasst, fängt sich Schmalzmann. Eier, Obst oder Fleisch dienen als Köder.
Wer Reineke überlisten will, muss sich viel Mühe geben. Nicht umsonst gilt er als besonders schlau. Das stimmt! Jungfüchse dagegen tappen in ihrem jugendlichen Leichtsinn überall hinein, aber ein Altfuchs prüft 3 mal, bevor er in die Kiste steigt.
Kastenfallen für Füchse müssen groß sein: unter 2 Metern läuft gar nichts. Je länger, desto besser. Solche Fallen müssen auf Brücken postiert oder auf einen Zwangswechsel an einen Zaun gestellt werden. „Glatter Gang, glatter Fang“, ist die Regel. Alles Wild nutzt gerne den gepflegten Pirschpfad. Wenn man dem Raubwild ein paar „Pirschwege“ zur Falle anlegt, schaut mehr Kundschaft vorbei.

Eierdieb im Hühnerstall. Im verschlossenen Schuppen kann das Abzugeisen offen stehen Foto: Jörg Fischer

Nah und unsichtbar
Ein perfekter Fallenstandort ist ganzjährig leicht erreichbar, für Spaziergänger aber nicht zu sehen. Außerdem unbedingt auf die Hauptwindrichtung achten. Die Wittrung des Köders sollte auf den nächsten Pass stehen, damit der suchende Räuber abbiegt. Raubwild hat einen feinen Geruchssinn, daher sollte immer derselbe Jäger kirren, sonst wird es misstrauisch. Hunde müssen die paar Minuten im Auto warten, denn sie hinterlassen Gestank.
Bereitet man den Sommer über die Fangsaison vor, schnappt man in der Reifezeit des Balges oft zu. Dabei werden die Fallen nur scharfgestellt, wenn der Köder regelmäßig angenommen ist. An Lebendfallen haben sich elektronische Wildmelder bewährt, die unverzüglich nach dem Zuschnappen anrufen. Das spart Zeit bei der Kontrolle und schont die Nerven des gefangenen Wildes.

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