Greife 16 Arten im Überblick

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Greife 16 Arten im Überblick

Der Mäusebussard gehört zu den häufigsten Greifen in Deutschland. Welche Raubvögel es darüber hinaus in unserem Lande gibt, zeigen wir in Form eines Steckbriefes. Hier finden Sie die ­wichtigsten ­ Merkmale von 16 Arten inklusive der Flugbilder.

Wanderfalke

(Falco peregrinus)

Darstellung: Oben links ist der Streckenflug eines Wanderfalken gezeigt, rechts der Steilstoß, unten links ein weiblicher Jungvogel, rechts ein weiblicher Altvogel.

Kennzeichen: großer Falke von gedrungener Gestalt, lange, spitze Schwingen, relativ kurzer, im Streckenflug deutlich verjüngter Stoß; Altvogel an der Oberseite dunkel-blaugrau, schwärzlicher Oberkopf mit breiten schwarzen Backenstreifen, Unterseite weißlich oder rötlich, schwarz quergebändert beziehungsweise in der Kropfgegend tropfenfleckig; Jungvogel an der Oberseite dunkel-graubraun, Backenstreifen ähnlich Altvogel, jedoch häufig nicht so auffällig abgesetzt, Unterseite deutlich längsgestreift. Der weibliche Vogel ist wesentlich stärker als der männliche.

Verbreitung: weltweite Verbreitung, fehlt nur in Arktis, Antarktis und Teilen Südamerikas. Der Wanderfalke kommt in Mittel­europa vor.

Lebensraum: Der Wanderfalke brütet sowohl im Gebirge als auch im Flachland, an Küsten und auf Inseln. Gemieden werden weite, geschlossene Hochwälder und sehr enge Täler. Im Norden ist er neben Felsen- auch Bodenbrüter. Die in der polnisch-norddeutschen Tiefebene ausgestorbene Baumbrüterpopulation ist durch Auswilderung gezüchteter Individuen wieder neu entstanden.

Fortpflanzung: Gewöhnlich tritt die Geschlechtsreife erst im zweiten Lebensjahr ein. Das Männchen kann auch schon im Jugendkleid zur Fortpflanzung kommen. Der Wanderfalke lebt in Einehe, in vielen Fällen vermutlich in Dauer­ehe. Nur das Männchen schafft während der Brutzeit Nahrung herbei.

Größe: Länge: 36 bis 48 cm, Spannbreite: 95 bis 110 cm

Gelege: drei bis vier Eier, ausnahmsweise auch zwei bis sechs

Brutzeit: März/April

Brutdauer: etwa 32 Tage

Nestlingszeit: etwa 36 bis 40 Tage

Beute: Geschlagen werden vorwiegend Vögel bis zur Größe von Tauben und Rebhühnern, aber auch größere (in Extremfällen Fischreiher und Gänse). Der Hauptanteil besteht aus Haustauben, aber auch Drosseln, Staren, Krähen und Möwen.

Baumfalke
(Falco subbuteo)

Darstellung: Oben links und rechts ist der Streckenflug gezeigt, in der Mitte der Gleitflug des Baumfalken, in der Bildmitte links ein weiblicher Altvogel, rechts ein Jungvogel, unten ein männlicher Altvogel.

Kennzeichen: Er fällt durch schnellen, wendigen Flug, hohe Schlagfrequenz und nur kurze Gleitflugstrecken auf, rüttelt selten, sein Flugbild erinnert an den großen Mauer­segler, Stoß ist kürzer als beim Turmfalken, auffällig sind Bartstreif, kräftige Längsfleckung der Unterseite und beim Altvogel die rostfarbenen „Hosen“ und Unterstoßdecken, Jungvögel mit rahmfarben gesäumten Federn auf der Oberseite und hell rostig rahmfarbenen Hosen und Unterstoßdecken. Weibliche Vögel sind stärker als die Terzel, mit deutlich breiteren Schwingen.

Stimme: zur Balzzeit „gjä gjä“ oder „gjii gjii“, turmfalkenähnliches „kikikiki“, bei Beuteübergabe „tik kirr“, Lockruf „pitt pitt“

Verbreitung: Paläarktis bis nahe Polarkreis – fehlt aber in weiten Teilen Skandinaviens und Ostsibiriens –, Asien bis Kaschmir, Zugvogel, im Winter bis Südafrika, Indien und Burma, in Mitteleuropa über­all, aber keineswegs häufig

Gefährdung: auf dem Zug durch Abschuss, Pestizide; Höchstalter: zwölf Jahre

Lebensraum: Laub- und Nadelwälder, Parklandschaften, offenes Gelände mit Gehölzen

Fortpflanzung: Er nimmt gerne verlassene Krähennester als Horst. Weibchen können schon im Alter von zehn Monaten geschlechtsreif sein, doch kommt es dann meist nur zur Verpaarung, nicht zur Brut, Saisonehe, die jedoch auch über mehrere Jahre dauern kann

Größe: Länge: 30 bis 36 cm, Spannbreite: 82 bis 92 cm

Gelege: zwei bis vier, meist drei Eier, gelblich-weiß bis hellrotbraun mit rotbraunen Flecken und Strichen

Brutzeit: Mai/Juni

Brutdauer: 28 bis 32 Tage

Nestlingszeit: 28 bis 32 Tage

Beute: Flugjäger im freien Luftraum, jagt Kleinvögel wie Schwalben, Segler und Lerchen, aber auch Insekten wie Libellen, Käfer und Schmetterlinge

Turmfalke
(Falco tinnunculus)

Darstellung: Oben links ist der Streckenflug, in der Mitte der Rüttelflug, rechts der Gleitflug gezeigt, in der Bildmitte ein weiblicher Altvogel, unten links Jungvogel, unten rechts männlicher Altvogel.

Kennzeichen: kleiner Greif mit relativ langem Stoß, der häufigste Falke der Kul­turlandschaft. Verwechslung mit Sperber und Baumfalke möglich. Männchen mit rostrotem Rücken (darauf dunkle Tropfenfleckung) und blaugrauem Oberkopf und Stoß, dieser mit dunkler Endbinde, Weibchen oberseits rötlichbraun, mit grober Fleckung und Querbänderung, junge Männchen ähneln Weibchen, haben aber schon Grau am Kopf und auf dem Stoß, rüttelt häufig.

Stimme: am häufigsten ein „kikiki“, in Erregung „witwit“, am Horst „zirr“, ­„wrrii“, „krrii“ oder „zick“

Verbreitung: etwa zwölf Rassen in Eurasien, ganz Afrika und auf den atlantischen Inseln, mit Lücken im Bereich der Tundren, der nordafrikanischen Wüs­ten und des afrikanischen Regenwaldes, teils Zug-, teils Standvogel. In Mitteleuropa von der Küste bis in die alpine Region verbreitet.

Gefährdung: gelegentlich Abschuss und Aushorstung, Mangel an Nistplätzen, harte Winter, Biozide; Höchstalter: 16 Jahre

Lebensraum: felsiges Gelände, offene Landschaften mit Baumgruppen, Waldränder, aber auch in geschlossenen Ortschaften, Indus­triegebieten und Ödflächen

Fortpflanzung: brütet zum Beispiel in Krähen- und Elsternnestern, Baum- und Felshöhlen und alten Gebäuden, ausgangs des ersten Lebensjahres geschlechtsreif, monogam, Paar kann im Herbst/Winter noch gemeinsam nächtigen

Größe: Länge: 32 bis 35 cm, Spannbreite: 50 bis 60 cm

Gelege: vier bis sechs gelblichweiße Eier mit braunroter Fleckung und Wölkung, am stärksten auf dem stumpfen Pol

Brutzeit: Mitte April bis Anfang Juni

Brutdauer: 28 bis 30 Tage

Nestlingszeit: 28 bis 32, maximal 38 Tage

Beute: Greift seine Beute meist am Boden (Mäuse und ähnliches, etwa 90 Prozent der Nahrung), gelegentlich Insekten, Eidechsen, Kleinvögel (fast flügge Sperlingsvögel) während der Jungenaufzucht. Im Winter kann der Anteil an Vögeln höher sein (Amseln).

Merlin
(Falco columbarius)

Darstellung: Oben links und rechts sieht man den Streckenflug, in der Mitte den Gleitflug, Bildmitte links männlicher Altvogel, rechts Jungvogel, unten weiblicher Altvogel.

Kennzeichen: kleinster Falke Europas, kürzerer Stoß als Turmfalke, breitflügeliger und gedrungener als Baumfalke, schwacher Backenstreif, Unterseite deutlich längsgefleckt, Terzel auf Oberseite schieferblau, Stoß mit breiter Endbinde, Weibchen deutlich größer, oberseits dunkelbraun, Stoß gebändert, Jung­vögel ähneln Weibchen, Verwechslung mit manchen Kleidern des Rotfußfalken, aber auch mit Baumfalke (Sommervogel) und Sperber ist möglich.

Stimme: „kikikiki“ oder „kvikvikvik“

Verbreitung: Bei uns ist er zur Zugzeit und im Winter, brütet in Taiga und Waldtundren der Holarktis. Man kennt etwa acht bis zehn Rassen. Die bei uns durchziehenden Vögel brüten auf Island, den Färöern, auf den Britischen Inseln, in Skandinavien und Finnland. Bevorzugtes Winterquartier sind die Britischen Inseln.

Gefährdung: Aushorstung und Pestizide; Höchstalter: zehn Jahre

Lebensraum: Tundralandschaften, Zwergstrauchweiden, Hoch­moore und unkultiviertes Hügelland, auch im Winterquartier im offenen Gelände

Fortpflanzung: brütet häufig am Boden, seltener in Felswänden oder in verlassenen Baumnestern, Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres, monogam

Größe: Länge: 25 bis 30 cm, Spannbreite: 50 bis 62 cm

Gelege: vier bis fünf, seltener drei oder sechs Eier, gelblichweiß und kräftig schokoladen- bis rotbraun gezeichnet

Brutzeit: Mai/Juni

Brutdauer: 28 bis 32 Tage

Nestlingszeit: 25 bis 27 Tage, Bodennester werden von den Jungen schon vor dem Flüggewerden verlassen.

Beute: Kleinvogelspezialist, Beute bis Drosselgröße, die in reißendem Fluge geschlagen wird; Pieper, Schmätzer, Ammern und Finken, zur Brutzeit auch Küken von Limikolen und Hühnern. In Mäuse- und Lemmingjahren können diese bis zu zehn Prozent seiner Beute ausmachen.

Rohrweihe
(Circus aeruginosus)

Darstellung: Oben links wird der Gleitflug gezeigt, in der Mitte und rechts die typische Schwingenhaltung beim schaukelnden Suchflug der Rohrweihe, darunter weiblicher Altvogel, Mitte rechts Kopf eines Jungvogels, unten männlicher Altvogel.

Kennzeichen: fast Bussardgröße, jedoch schlanker und schmalflügeliger, Weibchen einfarbig dunkelbraun, nur an Kopf und Schwingenbug ocker- bis hellgelb, Terzel kontrastreich graublau am Stoß und auf den Schwingen, Rücken dunkelbraun, Unterseite hell- bis rostbraun, Jungvogel ähnlich Weibchen, aber dunkler.

Stimme: quäkend „kuäh“ oder „quieh“, im Brutrevier „kuik“, auch ähnlich wie der Turm­falke

Verbreitung: In etwa acht Rassen in der Paläarktis, mit Reliktformen auf Inseln des Indischen Ozeans und im Südwest-Pazifik verbreitet. In Mitteleuropa am stärksten in der norddeutsch-polnischen Tiefebene und der Pannonischen Ebene verbreitet. In der Bundesrepublik mit Schwerpunkten in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. In den übrigen Gebieten seltener Brutvogel.

Gefährdung: durch Bejagung im Ausland, Ausmähen von Schilfbeständen; Höchstalter: 17 Jahre

Lebensraum: offene Landschaften mit Gewässern und ausgedehnten Schilfgebieten sowie Sümpfe

Fortpflanzung: Horst wird auf dem Boden im dichten Röhricht erbaut, manchmal in Sumpfwiesen mit hohem Bewuchs, selten in Getreidefeldern. Männchen und Weibchen können schon im Immatur­kleid zur Fortpflanzung schreiten, monogame Saisonehe, die aber über mehrere Jahre andauern kann.

Größe: Länge: 48 bis 56 cm, Spannbreite: 115 bis 130 cm

Gelege: drei bis fünf bläulich-weiße Eier mit blassgelber oder blassrotbrauner Fleckung

Brutzeit: April/Mai

Brutdauer: 32 bis 36 Tage

Nestlingszeit: mit 26 Tagen schon in Umgebung des Horstes, mit 31 Tagen Flugversuche, doch erst mit 42 bis 50 Tagen voll flügge

Beute: kleine Säuger und Vögel, und zwar zum großen Teil Küken und Nestlinge, gelegentlich ­Eidechsen und Frösche

Wiesenweihe/Kornweihe
(Circus pygargu)/(Circus cyaneus)

Darstellung: Wiesenweihe (obere Bildhälfte): ganz oben Flugbild eines Jungvogels, daneben Altvogel der Wiesenweihe, darunter männlicher Altvogel und daneben Kopf eines weiblichen Altvogels. Kornweihe (untere Bildhälfte): oben links männlicher Altvogel und rechts weiblicher Vogel in typischer Schwingenhaltung beim Suchflug, darunter Terzel (Alterskleid) und Kopf eines weiblichen Vogels.

Stimme: Wiesenweihe: Terzel „kä kä kä“ und „jick keck keck“, Weibchen und Terzel „jick jick“. Kornweihe: Terzel „gjä gjä gjä“, Weibchen „kjiii“. Warnrufe „kikiki“, „schäg schäg schäig krikik“

Verbreitung: keine Rassenbildung, von Nordafrika, Eurasien bis Transkaspien und Pamir, Zugvögel, im Winter bis Südafrika, aber auch Indien, Sri Lanka. In Mitteleuropa sehr lokaler Brutvogel mit Schwerpunkten in polnisch-norddeutscher Tiefebene, den Niederlanden sowie kleineres Vorkommen in der ungarischen Tiefebene, in Süddeutschland nur wenige Brutpaare. Kornweihe: zwei Rassen im mittleren und nördlichen Eurasien und in Nordamerika südlich bis Kalifornien, Texas und Virginia, Zugvögel, im Winter bis Indien und Borneo beziehungsweise Mittel- und nördliches Südamerika, in Mitteleuropa mit Verbreitungsschwerpunkt in der polnisch-norddeutschen Tiefebene

Gefährdung: Zerstörung der Brutbiotope, Eiersammler und Biozide

Lebensraum: Wiesenweihe: feuchte Niederungen, Flusstäler, Hoch-, Übergangs- und Flachmoore. Kornweihe: Feld-, Moor- und Wiesengelände der Ebenen, Heidegebiete und gewässerreiche Niederungen

Fortpflanzung: Wiesenweihe: bereits im Jugendkleid Geschlechtsreife, mono­gam, manchmal paart sich der Terzel aber auch mit zwei weiblichen Vögeln, die er dann betreut und versorgt; kleiner Bodenhorst in Schilf oder Seggen. Kornweihe: schon im Jugendkleid geschlechtsreif, monogame Saisonehe, Horst am Boden, auf feuchtem oder trockenem Untergrund mit Nestdeckung (Schilf, Heide, Weiden, aber auch im Raps und Getreide)

Größe: Länge Wiesenweihe: 43 bis 47 cm, Spannbreite: 105 bis 120 cm; Länge Kornweihe: 44 bis 52 cm, Spannbreite: 100 bis 120 cm

Gelege: Wiesenweihe: drei bis fünf matt- bis bläulich-weiße Eier (seltener zwei oder sechs). Kornweihe: vier bis sechs matt- bis bläulich-weiße Eier (seltener drei oder sieben)

Brutzeit: Wiesenweihe: Mai/Juni. Kornweihe: Mai, seltener Juni

Brutdauer: Wiesenweihe: 28 bis 30 Tage. Kornweihe: 29 bis 30 Tage

Nestlingszeit: Wiesenweihe: mit 28 Tagen flugfähig, aber bis 35 Tage am Horst. Kornweihe: mit 31 Tagen flugfähig, aber bis 40 Tage im Nest

Beute: Wiesenweihe: vorwiegend Nager (Mäuse), aber auch Eidechsen, ­Insekten und Kleinvögel. Kornweihe: spezialisierter Kleinsäuger- und Vogeljäger (Mäuse, Wühlmäuse, Pieper, Lerchen, Ammern, Limikolen- und Hühnerküken)

Sperber
(Accipiter nisus)

Darstellung: oben Streckenflug eines weiblichen Altvogels, oben rechts: Gleitflug eines männlichen Altvogels, darunter alter Sprinz, links unten Altvogel weiblich, unten Jungvogel

Kennzeichen: kleineres Abbild des Habichts, rundschwingig und langer Stoß, Verwechslungen mit Kleinfalken möglich, Sprinz und Weib sehr unterschiedlich in Größe und Färbung, Sprinz mit blau- bis schiefergrauer Oberseite, unterseits roströtlich, mit dunklerer Querwellung, altes Weib mit graubrauner bis schiefergrauer Oberseite, unterseits meist heller als Sprinz, mit brauner Querbänderung, Jungvögel oberseits braun, unterseits unregelmäßig und gröber quergebändert

Stimme: „gigigigi“, „wäck wäck wäck“

Verbreitung: etwa sechs Unterarten in der Paläarktis von Irland und den Kanaren ostwärts bis Kamtschatka und Nordjapan sowie Westchina und dem Himalaja bis Tien-Schan, in Mitteleuropa sowohl im Flachland als auch in höheren Lagen weit verbreitet

Gefährdung: menschliche Verfolgung, Unfälle durch ungestüme Jagdweise (gegen Fensterscheiben), aber vor allem Pestizide; Höchstalter: etwa 15 Jahre

Lebensraum: abwechslungsreiche Landschaften mit reichlichem Waldanteil, auch kleine Wäldchen im offenen Gelände

Fortpflanzung: horstet gerne in dichten, auch mit Laubbäumen durchsetzten, mittelhohen Fichtenbeständen, baut flachen Reisighorst nahe am Stamm, Geschlechtsreife mit zehn Monaten, Dauerehe scheint der Normalfall zu sein

Größe: Länge: 28 bis 38 cm, Spannbreite: 55 bis 70 cm

Gelege: vier bis sechs (seltener zwei, drei oder sieben) rundliche, kalkweiße Eier mit violett-grauen Schalenflecken sowie gelben und schokoladenbraunen Oberflecken

Brutzeit: Mai/Juni

Brutdauer: 33 bis 36 Tage

Nestlingszeit: 24 bis 30 Tage. Mit 35 Tagen beginnt die Bettelflug-Periode.

Beute: Überraschungs- und Kurzstreckenjäger, schlägt Beute sowohl am Boden als auch in der Luft. Rupfplätze liegen in Deckung, jagt etwa zu 90 Prozent Kleinvögel (Sperlinge, Buchfinken, Ammern, Lerchen usw.), aber auch Mäuse, löst bei der Jagd wie kaum ein anderer Greifvogel intensive Kleinvogelreaktion aus.

Habicht
(Accipiter gentilis)

Darstellung: oben links Streckenflug, rechts Gleitflug des adulten Habichts, rechts darunter weiblicher Altvogel, links unten weiblicher Jungvogel

Kennzeichen: Weib bussardgroß, Terzel ein Drittel kleiner, im Fluge kurze, gerundete Schwingen und langer, breit gebänderter Stoß, Altvögel oben schieferblaugrau bis graubraun und mit weißer, fein schwarz quergebänderter Unterseite, Jungvögel oberseits dunkelbraun, unterseits rahmfarben bis rostgelblich und kräftige braune Längs­flecken (Rothabicht), Auge gelb, im Alter bis rotorange

Stimme: „hiää“, „gjak“, „gi-jak gi-jak“, „gikgikgik“

Verbreitung: etwa neun Rassen in Nordamerika von Alaska, Kanada, bis Mexiko, in der Alten Welt vom nördlichen Eurasien bis Kleinasien, Korsika, Sardinien und Marokko, in Mitteleuropa weit verbreitet, auf den Britischen Inseln durch Falkner eingebürgert

Gefährdung: Pestizide, bei Störung des biologischen Gleichgewichtes Einzelfangerlaubnis, sonst derzeit geschont, hohe Jungvogelsterblichkeit; Höchstalter: etwa 20 Jahre

Lebensraum: in Ebenen und Gebirgen bis etwa 1 500 Meter über NN, bevorzugt abwechslungsreiche Landschaft mit ausgedehnten Laub-, Misch- und Nadelwäldern

Fortpflanzung: Horst vorwiegend an Schneisen, Lichtungen oder Waldrand im Kronenabschnitt der Bäume, baut selbst oder baut andere Horste aus, Horst wird begrünt und oft mehrere Jahre benutzt. Geschlechtsreife mit etwa zehn Monaten, monogam, Brut­revier wird oft lebenslang besetzt

Größe: Länge: 48 bis 62 cm, Spannbreite: 135 bis 165 cm

Gelege: drei bis vier (seltener zwei oder fünf) grünlich-weiße (meist ungefleckte) Eier

Brutzeit: April

Brutdauer: 36 bis 38 Tage

Nestlingszeit: nach 40 Tagen flügge, dann Bettelflug-Periode

Beute: Überrumpelungsjäger aus der Deckung, dämmerungsaktiv, schlägt am Boden und im Fluge, Säugetiere von Maus bis Hase, Vögel bis Raufußhuhngröße, Rupfplätze meist gut versteckt

Mäusebussard
(Buteo buteo)

Darstellung: oben links kreisender, Mitte stoßender und rechts rüttelnder Bussard, unten links Altvogel, rechts Jungvogel, normale Farbphase

Kennzeichen: häufigster Greifvogel unserer Fluren und Wälder, im Flug breite, gefingerte Schwingen und kurzer, gebänderter, meist breit gefächerter Stoß, sehr verschiedene Farbphasen, von einfarbig dunkelbraunen bis fast weißen Exemplaren alle Übergänge möglich, Alter spielt hierbei keine Rolle, sicherstes Alterskennzeichen ist die Zeichnung der Federn auf der Bauchmitte, bei Altvögeln Querbänderung, bei Jungvögeln Herz- oder Tropfenfleckung, weiblicher Vogel nur unwesentlich stärker als männlicher

Stimme: langgezogenes „hiääh“, vor allem während der Fortpflanzung, Warnruf „pijääh“, Partnerrufe „kweje-kweje“ oder „kwaikwai“

Verbreitung: etwa sechs Rassen im Wald- und Waldsteppengürtel der paläarktischen Region von Kapverden, Azoren und Kanaren ostwärts bis Sachalin, Japan und den Bonin-Inseln, fehlt in Waldgebieten Nordafrikas, auf Zypern und im Vorderen Orient, in allen Teilen Mitteleuropas, sowohl im Flachland als auch im Gebirge, anzutreffen

Gefährdung: Besatz derzeit bei uns nicht gefährdet

Lebensraum: Als Brutvogel Waldbewohner, der seine Nahrung jedoch fast ausschließlich im offenen Gelände erbeutet, bevorzugt sind waldreiche Landschaften mit Wiesen, Weiden, Feldern, Mooren und Teichlandschaften.

Fortpflanzung: Es überwiegt die Zahl der im zweiten Lebensjahr geschlechtsreifen Vögel, Saison-ehe, die über mehrere Brutperioden reichen kann, brütet im selbst erbauten Horst in Feldgehölzen, Parks und Waldungen, Mulde wird mit grünen Zweigen ausgelegt.

Größe: Länge: 51 bis 57 cm, Spannbreite: 113 bis 128 cm

Gelege: zwei bis vier kalkweiße Eier mit variabler Fleckung

Brutzeit: März bis April

Brutdauer: 33 bis 34 Tage

Nestlingszeit: 42 bis 49 Tage

Beute: vorwiegend Kleinnager, auch Maulwürfe, Spitzmäuse, Wiesel, Frösche, Eidechsen und Schlangen, auch Jungwild, im Winter Regenwürmer, auch geschwächte Rebhühner und häufig Aas (Fallwild)

Raufußbussard
(Buteo lagopus)

Darstellung: oben links kreisender, sehr dunkler Vogel, Mitte rüttelnder, sehr heller Vogel, rechts heller Raufußbussard im Streckenflug, unten sitzend Altvogel der normalen Farbphase

Kennzeichen: unterscheidet sich vom Mäusebussard nur durch die bis zu den Zehen befiederten Fänge, auffällig dunkle Flecken am Schwingenbug der Unterseite und den hellen Stoß mit schwarzer Farbbinde, Hinterbrust und Flanken meist dunkel gezeichnet, weibliche Vögel nur unwesentlich stärker als der Terzel

Stimme: selten zu hören, langgezogenes „pi-i-ääh“

Verbreitung: bewohnt in vier Rassen die Tundren- und Wald-Tundrenzone der Paläarktis und Nearktis, von Skandinavien über Ostsibirien und Alaska bis Labrador und Neufundland, fehlt aber auf Grönland, Island und Spitzbergen, in Mitteleuropa als Durchzügler oder Wintergast (Oktober bis April), regelmäßig vor allem in Schleswig-Holstein

Lebensraum: Bewohner der offenen Niederungstundra und der Fjellgebiete über der Waldgrenze, in Waldgebieten nur, wenn große offene Flächen vorhanden sind. Auch im Winterquartier wird offenes und weiträumiges Gelände bevorzugt.

Fortpflanzung: In Skandinavien an der Küste Horste auf Felsbändern, in der Tundra ungeschützte Bodenhorste, in der Waldtundra sind Baumhorste der Normalfall. Die Vögel kommen zum Teil verpaart aus dem Winterquartier. Besatz und Bruterfolg verhalten sich proportional zum Nahrungsangebot und schwanken zwischen Mangel und Überfluss und somit zwischen ausfallender Brutsaison und sehr hohen Nachwuchsraten.

Größe: Länge: 50 bis 60 cm, Spannbreite: 120 bis 150 cm

Gelege: (zwei) drei bis vier (sechs) weißliche, rötlich oder schmutzigbraun gefleckte Eier

Brutzeit: in Skandinavien Mai/Juni

Brutdauer: 31 Tage

Nestlingszeit: F 34 bis 36 Tage, C 41 bis 43 Tage

Beute: in seiner Heimat vorwiegend Lemminge, im Winter in Mittel­europa vorwiegend Kleinnager und Aas (Fallwild), aber nicht zuletzt geschwächtes Niederwild (Rebhühner)

Wespenbussard
(Pernis apivorus)

Darstellung: oben links Streckenflug, Mitte kreisender Vogel, rechts seitliches Flugbild, Mitte links Kopf eines Jungvogels, unten links heller Altvogel, rechts unten dunkler Altvogel

Kennzeichen: im Flug wesentlich schlanker als Mäusebussard, mit lang vorgestrecktem Kopf und durchgestreckteren Schwingen, Stoß deutlich länger, mit drei bis vier breiten dunklen Binden, Färbung und Zeichnung ebenso variabel wie beim Mäusebussard, Schnabel schwach gekrümmt und zierlich, Augen im Alter gelb, beim Jungvogel graubraun

Stimme: ziemlich still, wohltönendes „hoodlüüooh“ oder „dlüüoolüüh“, auch „pliha“, Angstruf pfeifend „puiii“, in Erregung „kikikiki“

Verbreitung: je nach Auffassung der Systematiker in ein bis sechs Rassen in der Paläarktis und im Orient verbreitet, in Mitteleuropa weit verbreitet, jedoch viel spärlicher als der Mäusebussard, wird jedoch infolge seiner späten Ankunft und seiner ruhigen Lebensweise leicht übersehen

Gefährdung: Verluste während des Zugs; Höchstalter: 29 Jahre

Lebensraum: liebt abwechslungsreiche Landschaften mit Wäldern, Feldge­hölzen, Wiesen und Kultursteppen, auch größere Park­landschaften, Gewässernähe wird bevorzugt

Fortpflanzung: Über Erlangen der Geschlechtsreife und Dauer der Paarbildung ist wenig bekannt, Vögel treffen wahrscheinlich verpaart im Brutrevier ein, hors­tet gerne im Innern der Wälder, auf alten Laub- oder Nadelbäumen, Horst wird begrünt, Standort des Horstes wird häufig durch herabgefallene Wespenwaben verraten, es fehlen aber Kotspritzer.

Größe: Länge: 52 bis 60 cm, Spannbreite: 115 bis 130 cm

Gelege: zwei rundliche Eier, auf grünlich bis gelblichem Grunde dicke Wölkung von Rotbraun bis Sepia, seltener Schwarzbraun

Brutzeit: Mai/Juni

Brutdauer: 32 bis 36 Tage

Nestlingszeit: 33 bis 40 Tage

Beute: gräbt Waben mit Wespen- und Hummellarven aus der Erde, sucht aber auch Bäume nach Wespen- und Vogelnestern ab, die er plündert, fängt Heuschrecken, Käfer, auch Frösche und Eidechsen

Rotmilan
(Milvus milvus)

Darstellung: oben Flugbild eines Altvogels, Mitte Jungvogel, unten ein weiblicher Altvogel

Kennzeichen: ähnlich Schwarzmilan, aber größer, längere Schwingen und längerer Stoß mit tieferer Stoßgabelung, weitaus kontrastreicher gefärbt, Jung­vögel ähneln den Altvögeln sehr, sind jedoch oberseits mehr rostbraun und haben deutlicher gebänderte Stoßfedern, Kopf im Alter hell. Im Fluge fallen die hellen „Fenster“ auf den Schwingenunterseiten auf.

Stimme: wiehernde Rufreihe wie „chji-chjichji“ und „gliüühühü“

Verbreitung: bildet zwei Rassen, von denen die Nominatform die Westpaläarktis von den Kanaren und Nordwest-Afrika nord- und ostwärts bis Großbritannien, Südskandinavien, das europäische Russ­land und Iran bewohnt, während die schwarzmilanähnliche Rasse „Jascii cauda“ nur auf den Kapverdischen Inseln anzutreffen ist, in Mitteleuropa großenteils recht selten geworden, fehlt als Brutvogel im Alpengebiet, im nördlichen Alpenvorland, im Böhmerwald, in Teilen Niedersachsens und Schleswig-Holsteins, Zugvogel, bei uns zum Teil überwinternd

Gefährdung: Abschuss (im Winterquartier, bei uns geschützt), Unfallopfer an Straßen und Hochspannungsleitungen, Windkraftanlagen, Verluste durch Umweltgifte; Höchstalter: etwa 25 Jahre

Lebensraum: liebt abwechslungsreiche Landschaften mit Wald und freien Flächen, brütet meist in Gewässernähe, ist aber nicht von dieser abhängig

Fortpflanzung: Erlangt Geschlechtsreife mit etwa drei Jahren, Saisonehe, doch scheinen verpaart überwinternde Vögel eine Dauerehe zu führen, der Horst wird Mitte März auf hohen Bäumen vorwiegend im Laubwald errichtet.

Größe: Länge: 60 bis 66 cm, Spannbreite: 175 bis 195 cm

Gelege: zwei bis drei grünlichweiße, braun gefleckte und getupfte Eier

Brutzeit: Ende März bis Anfang Mai

Brutdauer: etwa 32 Tage

Nestlingszeit: 45 bis 50 Tage. In Mitteleuropa ziehen die Familien geschlossen aus dem Brutgebiet ab.

Beute: Kleinsäuger, Jungvögel, Insekten, nimmt gern Aas, z. B. Verkehrsopfer, schmarotzt bei anderen Greifvögeln, kann aber auch relativ große Beute wie Kaninchen schlagen und durch kräftige Schnabelhiebe töten

Schwarzmilan
(Milvus migrans)

Darstellung: oben links Schwarzmilan im Streckenflug (Jungvogel), rechts kreisender Altvogel, unten links Altvogel, rechts Jungvogel

Kennzeichen: etwa bussardgroß, mit langen Schwingen und langem, schwach gegabeltem Stoß, oberseits dunkelbraun, unterseits mehr dunkelrotbraun, mit hellem Kopf und Hals, Schwingen, mit Ausnahme von manchen jungen Stücken, ohne den weißen Fleck auf der Unterseite, verhältnismäßig kleine Fänge

Stimme: wiehernd trillernde Rufe wie „hühühihihi“ oder „wühihihihi“

Verbreitung: bewohnt in etwa sechs Rassen Eurasien (mit Ausnahme Nord-West-Europas, Finnlands und der russischen Tundren), Afrika, Ost-Indonesien, Neuguinea und Australien, Zugvogel, in Mittel­europa in wasserreichen Niederungen (Main, Rhein, Donau, Mecklenburgische Seenplatte). Besatzschwankungen sind geringer als bei anderen Greifvögeln, doch sind die Besätze in einigen Gebieten rückläufig.

Gefährdung: Bejagung (Ausland), Umweltgifte (über Fische), zum Teil Horstplatzmangel, Verkehrsopfer an Straßen; Höchst­alter: etwa 24 Jahre

Lebensraum: brütet in Mitteleuropa in Wäldern oder größeren Feldgehölzen, in Wassernähe oder in Reetlandschaften, Nähe von Reiherkolonien bevorzugt, hält sich außerhalb der Brutzeit vorwiegend an Gewässern auf

Fortpflanzung: wahrscheinlich erst im dritten Lebensjahr geschlechtsreif, Saisonehe, jedoch sollen auch Dauerehen vorkommen, ausgeprägte Horsttreue. Partner können sowohl verpaart am Brutplatz eintreffen als auch erst nach dem Eintreffen zur Paarbildung kommen.

Größe: Länge: 55 bis 60 cm, Spannbreite: 160 bis 180 cm

Gelege: zwei bis drei grünlichweiße, sepiabraun gefleckte und getupfte Eier

Brutzeit: April/Mai

Brutdauer: 28 bis 32 Tage

Nestlingszeit: 42 bis 45 Tage

Beute: Suchflieger, nimmt überwiegend Fische, die krank oder tot sind, von der Wasseroberfläche auf,  vertilgt Fallwild und Abfälle längs Straßen und Bahnlinien, parasitiert andere Greifvögel und Fischreiher. Regenwürmer, Engerlinge (dabei dem Pflug folgend) sowie Insekten (die auch im Fluge erbeutet werden) ergänzen den Speisezettel.

Seeadler
(Haliaeëtus albicilla)

Darstellung: oben links Flugbild eines jungen Seeadlers, daneben Flugbild des Altvogels, unten links Jungvogel, rechts davon Altvogel

Kennzeichen: sehr große gedrungene Greifvögel mit mächtigem Schnabel und zum Teil unbefiederten Fängen, weibliche Vögel stärker und schwerer als Terzel, im Fluge Schwingen breit und brettförmig, Stoß beim Altvogel kurz und keilförmig, beim Jungvogel länger und runder, mit einer Spannweite von etwa 2,40 Metern größter Greifvogel Europas, Altvogel mit hellem Kopf und Hals, gelbem Schnabel und weißem Stoß, Jungvogel mit dunklem Schnabel, sehr dunklem, grob und unregelmäßig weiß gezeichnetem Körpergefieder und Stoß

Stimme: zur Balzzeit sehr ruffreudig, Terzel „krick-rick-rick-rick“, „kik-klik-klik-klik“ oder „kliklikli“, weiblicher Vogel mit tieferer Stimme „ra-rack-rack-rack“ oder „krau-krau“

Verbreitung: keine Rassengliederung, bewohnt Grönland sowie lokale Teile der Paläarktis, in weiten Gebieten ausgestorben, in Mitteleuropa als Brutvogel in der norddeutsch-polnischen Tiefebene bis Schleswig-Holstein verbreitet

Gefährdung: vor allem durch Pestizide, Störungen am Horst durch Fotografen, Eierräuber, Windkraftanlagen; Höchstalter in freier Wildbahn: elf Jahre, in Gefangenschaft: 42 Jahre

Lebensraum: in Nähe von Flüssen, Seen oder Meeresküsten, in Mitteleuropa horstet er in Altholzbeständen oder am Waldrand auf hohen Bäumen

Fortpflanzung: Geschlechtsreife mit fünf Jahren, Dauerehe, bleibt in Mitteleuropa ganzjährig im Brutrevier, baut sehr große Horste, die mit den Jahren enorme Ausmaße annehmen können, benutzt zusätzlich Wechselhorste

Größe: Länge: 70 bis 95 cm, Spannbreite: 200 bis 240 cm

Gelege: zwei rauschalige, kalkweiße Eier

Brutzeit: Mitte Februar bis Mitte März

Brutdauer: 38 bis 42 Tage

Nestlingszeit: 84 bis 90 Tage

Beute: schlägt Beute im Wasser, am Boden und in der Luft, vor allem Wasservögel (Rallen, Enten, Taucher), aber auch Fische, Säugetiere bis Hasengröße, nimmt mit Vorliebe Aas, Nahrungsschmarotzer beim Fischadler

Fischadler
(Pandion haliaätus)

Darstellung: oben links Fischadler beim Beutestoß, Mitte rüttelnder Vogel, rechts Streckenflug des Fischadlers, Mitte Jungvogel mit Beute, unten Altvogel

Kennzeichen: größer als Mäusebussard, im Fluge an den langen, schmalen und meist gewinkelten Schwingen, der blendend weißen Unterseite und den dunklen Handschwingenenden und Schwingenbug zu erkennen, beim sitzenden Vogel fallen dunkler Augenstreif, weißer Oberkopf, Brustfleckung und gesträubtes Kopfgefieder auf, Flug: möwenartig, rüttelt häufig, Jungvogel mit deutlich gesäumtem Oberseitengefieder, Fänge graublau mit Wendezehe

Stimme: Rufreihe wie „tjipp-tjipp-tjüpp-tjöpptjöpp“, „jihe“ oder „jihai“, „krau“, „kai“, bei Erregung „jip-jip-jip“, Warnruf „kjuck-kjuckkjuck“

Verbreitung: lebt in etwa fünf sehr ähnlichen Rassen von Europa südlich bis Südafrika und östlich bis zu den Kurilen, Japan und Taiwan, von Nordwest-Alaska, Labrador und Neufundland bis südliche USA und Golf von Mexiko, Bahamas, Kuba und von Indonesien und den Philippinen bis Nordaustralien, Zugvogel, regelmäßiger Brutvogel in der polnisch-deutschen Tiefebene

Gefährdung: gelegentlicher Abschuss durch Fischteichbesitzer, Pestizide; Höchstalter: 24 Jahre

Lebensraum: offene und klare Gewässer mit hohen Baumbeständen zum Horsten, bevorzugt waldreiche Seengebiete und Fluss­auen, aber auch Küsten

Fortpflanzung: scheint erst im dritten Lebensjahr zu brüten, monogam, Saisonehe, die über Jahre fortgesetzt werden kann, Nistplatztreue, Horst meist auf den Wipfeln von Überhältern

Größe: Länge: 55 bis 58 cm, Spannbreite: 145 bis 170 cm

Gelege: zwei bis vier sehr kontrastreich gefärbte Eier

Brutzeit: April/Mai

Brutdauer: 37 bis 38 Tage

Nestlingszeit: 50 bis 60 Tage

Beute: fast ausschließlich Fische, die stoßtauchend erbeutet werden, aber auch Schlangen, Fehlstöße relativ häufig, im Winter bei zugefrorenen Gewässern werden auch Kleinsäuger und Wasservögel erbeutet

Steinadler
(Aquila chrysaetos)

Darstellung: oben links Flugbild eines Jungvogels, rechts daneben Flugbild des Altvogels. Unten links weiblicher Jungvogel, rechts dahinter männlicher Altvogel

Kennzeichen: sehr kräftiger Greifvogel, wird nur vom Seeadler an Größe übertroffen, weiblicher Vogel größer und stärker als Terzel, Altvogel fast einfarbig dunkelbraun mit goldgelbem Oberkopf und Nacken, Jungvogel viel dunkler mit weißen Handschwingenwurzeln und weißem Stoß mit dunkler Endbinde, im Flug sehr auffällig, Fänge bis zu den Zehen befiedert

Stimme: bei Erregung bellende Laute und bussardähnliches Miauen, dazu „glick-glick“-, „igliack-gliack“- und „jick-jick-jick“-Reihen

Verbreitung: holarktisch, in etwa fünf Rassen lückenhafte Verbreitung, die sich auf Gebirge oder schwer zugängliche Gebiete beschränkt, von Nordirland und Schottland bis Sibirien und Kamtschatka, Afrika bis Sahara und Mittelmeerraum bis Zentralasien, Korea, Japan und China, Nordamerika bis Zentralmexiko, in weiten Teilen Europas und Nordamerikas bereits ausgestorben, in Mitteleuropa nur noch im Alpenraum brütend

Gefährdung: Windkraftanlagen, Störungen am Horstplatz durch Fotografen, Touristen, Bergsteiger

Lebensraum: in den Alpen an Talhängen und Bergflanken, jagt im Sommer meist über der Waldgrenze, im Winter tiefere Lagen aufsuchend, Horst liegt meist tiefer als das Jagdgebiet

Fortpflanzung: im fünften Lebensjahr geschlechtsreif, monogame Dauerehe, sehr standorttreu, in den Alpen baut er seine Horste in steile Felswände auf Bändern und in Nischen, selten auf Bäumen, benutzt Wechselhorste

Größe: Länge: 75 bis 88 cm, Spannbreite: 204 bis 220 cm

Gelege: meist zwei raue, glanzlose Eier

Brutzeit: März

Brutdauer: 43 bis 44 Tage

Nestlingszeit: 74 bis 80 Tage. Junge werden bis in den Spätwinter von den Eltern geführt. Bei Nahrungsmangel wird nur ein Junges aufgezogen.

Beute: in den Alpen vorwiegend Murmeltiere, außerdem kleine Nager, Kitze von Gams und Reh, Marder und Füchse, unter den Vögeln hauptsächlich Raufußhühner, Fallwild

Fotos: Jürgen Weber