Hundegesundheit – Zecken am Hund

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Über das Entfernen von Zecken existieren zahlreiche Mythen. Wie es richtig geht und welche Hilfsmittel beim Hund funktionieren, erfahren Sie hier.
Dr. Heike Hesse, Thomas Fuchs

Zecken am Hund
Fotos: istockphoto, Thomas Fuchs

„Zecken am Hund betupft man am besten mit Öl, Sekundenkleber oder Nagellack. Dadurch sterben sie, lassen los und fallen ab.“ So oder ähnlich hört man es immer wieder. Aber das ist Unfug! Denn durch das Beträufeln mit den genannten „Hausmitteln“ besteht die Gefahr, dass die Zecken schwere Krankheiten auf den Vierläufer übertragen: Borreliose, Anaplasmose, Babesiose. Etwa ein Drittel aller Zecken trägt Erreger in sich. Borrelien beispielsweise gelangen nach durchschnittlich 24 Stunden Saugen in den Wirtskörper.
Um zu verhindern, dass die Zecken Krankheiten auf den Vierläufer übertragen, sollte der Holzbock schnellstmöglich vor Ablauf dieser Frist entfernt werden. Aber auch darüber existieren zahlreiche Mythen und falsche Ratschläge. Auf jeden Fall gilt: Die Zecke darf nicht mit den Fingern herausgedreht werden. Dabei wird ihr Körper gequetscht, und die Körperflüssigkeit mitsamt Erregern gerät in den Einstich. Besser sind moderne Werkzeuge, die unterschiedlich funktionieren.

1. Zeckenhaken: Was aussieht wie die Miniatur eines Nageleisens (Kuhfuß), funktioniert auch so. Der Zeckenhaken wird zwischen Haut und Zecke gebracht, und der Parasit samt Kopf und Mundwerkzeug aus der Haut gezogen. Vorteil: Auch kleine Zecken lassen sich mit ihm sehr gut entfernen.
2. Kunststoff-Zeckenzangen: Um ihre Backen zu öffnen, wird ein Taster am Zangenende gedrückt. Dabei sollte die Haut etwas spannt werden, damit die Zecke leicht hochsteht. Dann fasst man mit der Zange zwischen Zeckenkopf und Haut des Hundes und dreht die Zecke langsam ab. Vorteil: Die angeschrägten Backen erlauben den Griff am Kopf der Zecke.
Nachteil: Bei dichtem Hundefell lassen sich kleine Zecken nicht immer zielgenau fassen.

Verschiedene Zeckenentferner: v. l. Zeckenhaken in zwei Größen, Zeckenzange, -schlinge und -karte.

3. Zeckenschlinge: Ein Röhrchen mit einer eng schließenden Kunststoffschlinge. Über einen Tasterdruck wird die Schlinge weiter und kann über die Zecke geführt werden. Beim Loslassen des Tasters schließt sich die Schlinge um den Saugrüssel der Zecke. Anschließend kann der Parasit vorsichtig aus der Haut gezogen werden. Vorteil: Man kommt mit der Schlinge fast überall am Hundekörper hin, und die Schlinge quetscht den Zeckenleib nicht.
4. Die Zeckenkarte: Im praktischen Scheckkartenformat passt sie in jeden Geldbeutel. An den Ecken sind die Karten mit einem Schwalbenschwanz v-förmig eingekerbt, um die Zecke zu fixieren. Die Karte wird vor der Zecke leicht auf die Haut gedrückt und langsam nach vorne geschoben. Dabei hebelt man die Zecke vorsichtig nach oben aus der Haut heraus. Nachteil: Im Hundefell lässt sich die Karte nicht immer gut händeln, im Nu wird der
Blutsauger herausgerissen oder unfreiwillig seine Körperflüsigkeit herausgedrückt.

Zeckenkarte im Einsatz: Bei dichtem Fell und kleineren Zecken etwas schwieriger zu händeln.
Kuhfuß-Miniatur: Mit dem Zeckenhaken lassen sich die Plagegeister relativ einfach heraushebeln.