Jagdhunde hoch im Kurs
Hätten Sie’s gewusst? Der Deutsche Schäferhund ist unangefochten der Spitzenreiter unter den Welpen. Doch Teckel und Deutsch Drahthaar ernten die Silber- und Goldmedaille. Ein Überblick der Top 20 unter den Jagdhunderassen.

Armin Liese
Der Deutsche Schäferhund steckt sie alle in die Tasche! Laut VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) werden knapp 13.000 Welpen jährlich in Deutschland gewölft, obwohl man die Vertreter
der Rasse nur noch selten sieht. Trotzdem liegt die Welpenzahl der Schäferhunde gut doppelt so hoch wie die Rasse auf Platz 2: Teckel. Obwohl diese Rasse zu den Jagdhunden zählt, ist davon auszugehen, dass die meisten Kurzläufer nicht als Jagdhund gezüchtet und eingesetzt werden. Doch bereits auf dem 3. Rang folgt unser Deutsch Drahthaar, der erste „reine“ Jagdhund im Ranking. Knapp über 3.000 Welpen dieser Rasse wurden 2012 gewölft. Die nächsten 2 Plätze belegen Labrador und Golden Retriever, beides wieder Rassen, die überwiegend nicht von Jägern geführt werden.
Vierstellige Welpenzahlen unter den anerkannten Jagdhunderassen bringen noch Deutsch Kurzhaar und English Cocker Spaniel. Zwischen 500 und 1.000 Welpen werden bei dem Kleinen Münsterländer, Deutschen Jagdterrier, Beagle (auch hier wahrscheinlich die meisten nicht jagdlich geführt), Weimaraner, Deutscher Wachtelhund und Deutsch Langhaar gewölft.

Trend bei den Rassen
Vergleicht man die Werte von 1998 und 2012, so lässt sich ein Trend für die Beliebtheit der Rasse ablesen. Dabei ist der Flat-Coated Retriever Spitzenreiter. Eine Rasse, die die wenigsten Jäger kennen. Das liegt aber einzig daran, dass 1998 gerade einmal 65 Welpen in Deutschland gewölft wurden. So ist auch der Zuwachs um 509 Prozent zu erklären.
Der Teckel verliert stark, wobei dies nicht unbedingt im jagdlichen Einsatzgebiet liegt. Besonders für Stöberjagden auf Rehwild eignet sich der kleine Racker besonders gut.
Beim Deutsch Kurzhaar geht der Trend nach unten – wahrscheinlich aufgrund der rückläufigen Niederwildbesätze, da die Rasse über Jahrzehnte speziell für diesen Einsatz gezüchtet wurde. Ähnlich verhält es sich auch beim Kleinen Münsterländer und dem Großen Münsterländer Vorstehhund.
Warum der Jagdterrier immerhin um 20 Prozent rückläufig ist, bleibt unklar, zumal es sich um einen brauchbaren Hund für Bau- und Stöberjagd handelt, der eigentlich gefragt sein müsste.
Deutsch Drahthaar bleibt auf konstant hohem Niveau mit über 3.000 Welpen jährlich. Er gilt als Allrounder und kommt wohl so mit den Veränderungen der Anforderungen in den Revieren klar.
Obwohl Weimaraner immer häufiger auch in Innenstädten am Strick zu sehen sind, bleibt die Welpenzahl mit plus 12 Prozent nur leicht verändert. Ähnlich ergeht es dem Deutschen Wachtelhund: Mit Zunahme der Bewegungsjagden auf Schalenwild hatte der einzige deutsche Stöberhund zwischenzeitlich eine steile Karriere hingelegt. Davon ist aber im Vergleich zu 1998 kaum noch etwas übrig.
Sturzflug bei Fox
Auch die Foxterrier (glatt- und rauhhaarig zusammen immerhin knapp 730 Welpen) befinden sich im Sturzflug. Besonders der struppige Vertreter ist Spitzenreiter beim Abwärtstrend mit –60 Prozent!
Einzig der Magyar Viszla legt als Schlusslicht der Top 20 unter den Jagdhunderassen mit 112 Prozent deutlich zu. Doch das Gesamtaufkommen ist mit 206 Welpen eher gering, und außerdem werden auch hier viele von Nichtjägern gehalten.


