Jagdlich gestickt
Ob in der Kanzel beim Ansitz oder abends vorm Kamin. Die kalten Wintermonate eignen sich hervorragend, um mal wieder das Stickgarn auszupacken. Sophia Lorenzoni

Wer stickt denn heute noch?“, fragte eine Kollegin, als ich diesen Artikel vorschlug. Vielleicht liegt es daran, dass ich eine Waldorfschule besuchte – ja, ich lernte meinen Namen zu tanzen –, und dass ich einige kenne, die verschiedenste Formen der Handarbeit beherrschen. Wohl bemerkt: Zu diesem Bekanntenkreis gehören jedoch nicht nur Waldorfschüler …
Gerade im Winter, wenn die Tage kurz sind, können an langen Abenden schöne Werke entstehen. Wer routiniert ist, kann auch während des Fernsehschauens oder des Ansitzes Stickarbeiten machen.

Grundanleitung
Um ein Motiv zu sticken, benötigt es ein Stickmuster. Diese gibt es in speziellen Handarbeitsbüchern oder online. Aber auch Fotos, Bilder oder Grafiken lassen sich über einen Stickmusterumrechner zu verwertbaren Vorlagen umwandeln.
Ist das Motiv gewählt, benötigt es Stickleinen. Je nachdem, wie groß die Stickerei später werden soll, wird in der Regel 11- oder 12-fädiges Leinen gewählt. Je mehr Fäden pro Zentimeter, desto kleiner wird die Stickerei.
Es kommt darauf an, aus wievielen Farben die Stickvorlage besteht, dementsprechend wird Stickgarn aus Baumwolle besorgt. Die Menge hängt von Muster und Stich ab. In der Regel wird im Kreuzstich oder dem Petit Point gestickt. Der Kreuzstich ist etwas grober, wohingegen der Petit Point filigraner erscheint. Zudem verleiht er der Stickerei Plastizität.
Egal welcher Stich verwendet wird, gilt ein Kästchen des Musters als ein Stich. Beim Kreuzstich wird das vollendete Motiv auf dem Leinen doppelt so groß wie im Petit Point.
Das Leinen wird in der entsprechenden Größe des Stickmusters zugeschnitten und in einen Rahmen gespannt. Damit das Muster nachher in der Mitte des Leinenstückes ist, muss diese vorab markiert werden. Daran orientiert sich der Startpunkt, von dem aus losgelegt wird. Ich beginne gewohnheitsgemäß am liebsten unten rechts.
Zum Sticken wird das Baumwollgarn in das Öhr einer stumpfen Sticknadel gefädelt und los geht´s. Stich für Stich wird in Hin-und Rückreihe gestickt, bis das Motiv vollendet ist.

Fertigstellung
Je nachdem, was das fertige Werk später werden soll, ob Tischdecke, Bucheinband oder als Verzierung am Jagdrucksack, wird es dann verarbeitet. Als Verschönerung für den Jagdrucksack bietet es sich an, die Stickerrei mit beidseitig klebendem Vlies (Vliesofix) aufzubügeln und mit Posamentenborte, angebracht mit Textilkleber, einzufassen.
Wer Freude am Sticken findet und Anregungen sucht, der wird diese im Buch Hüttenzauber von Ute Menze finden.



