Kesselfalle selbst gemacht

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Fangen statt beherbergen
Arbeitsmaterial, Werkzeug sowie etwas Zeit – und schon haben Sie Ihren Kunstbau zur Falle umgerüstet oder eine Kesselfalle neu erstellt. Horst Dammler zeigt, wie es geht.

Kesselfalle
Fotos: www.dammler.de

Der Fuchs ist hauptsächlich nachts auf den Läufen. Dann schlägt die Zeit der Fallen. Als der Schwanenhals noch ohne große Auflagen verwendet werden konnte, war sein Einsatz erfolgreich. In Lebendfang-Fallen geht der Altfuchs jedoch nicht ganz so gerne. Im Natur- oder Kunstbau können wir ihn gut erwischen. Allerdings wurde mit Baumeldern im Kunstbau festgestellt, dass Reineke dort nachts meist nur kurze Zeit verweilt. Wenn der Jäger am Tag kontrolliert, liegt der Rotrock oft irgendwo draußen in der Deckung.
Die Strecke könnte deutlich höher sein, wenn jeder Fuchs, der den Bau aufsucht, gefangen würde. Dafür gibt es spezielle Kunstbaufallen. Die Kesselfalle nach Dammler können Sie selbst herstellen. Gerade für Bundesländer, in denen die Baujagd mittlerweile verboten ist, lassen sich Kunstbaue zu Fallen umgerüsten.

Herstellung
1. Vorbereitung:

Zuerst werden die Gusskanten der kleinen Beton-Pflanzsteine (innen 30 x 20 cm)  weggeflext. Dabei sollte Wasser über die Schnittstellen gegossen werden. Die großen
Pflanzsteine für den Kessel müssen nicht beschnitten werden, da die glatten Flächen ohne Gusskanten zur Kesselmitte gelegt werden.

2. Vorbereitung Auslöse-Pflanzstein:
Ein kleiner Pflanzstein wird mit der schmalen Seite nach oben aufgestellt und bündig mit den Innenwänden auf der Oberseite aufgeschnitten. So entsteht ein großes, eckiges „U“. Mit einem Drahtgittergeflecht oder einem Ofenrost wird er oben verschlossen. Dazu werden
zwei Schraubösen auf einer Seite der Öffnung angebracht. Sie dienen als Scharnier. Auf die andere Seite kommt eine Schrauböse, durch die dann zum Fixieren des Gitters ein Nagel oder Ähnliches gesteckt wird. Später werden ein Jutesack und eine Platte zum Abdunkeln
auf das Gitter gelegt.

3 Auslöse-Pflanzstein:
Aus dem soweit bearbeiteten Stück entsteht jetzt der Auslöse-Pflanzstein, bei dem noch ein 6 cm breites Stück für die Auslöse-Mechanik aus einer Seite herausgeschnitten wird. Die „Magnet-Rauslösung“ nach Dammler hat ihren Namen erstens von dem Magnet, mit dem das Abzugsgewicht eingestellt werden kann. Zweitens, weil sie auslöst, wenn der Fuchs
aus dem Fallen-Kunstbau heraus will (Mehrfachfang möglich – Länderrecht beachten!). Wird der Auslöse-Pflanzstein um 180 Grad gedreht, wird jeweils nur ein Fuchs beim Einschliefen gefangen. Die „Magnet-Rauslösung“ besteht aus einem langen  Auslösescharnier (7 x 7 x 4 cm), das außen am Pflanzstein angeschraubt wird und circa einen Zentimeter in die Falle hineinragt. In der Ruheposition wird es vom Magneten gehalten und sperrt das Haltescharnier, auf dessen angebrachtem Stift der Spanndraht sitzt. Drückt der Fuchs das Auslösescharnier zur Seite, wird das Haltescharnier freigegeben, es schlägt hoch, der Spanndraht rutscht vom Pin, die Klappe schließt sich und wird von dem Riegelscharnier blockiert. Beim Magnet am Auslösescharnier sollte eine möglichst schwache Haftung eingestellt werden. Das geschieht, indem der Magnet nicht vollflächig auf dem Auslösescharnier sitzt. Die Scharniere sollten aus Edelstahl sein.

4 Fangklappe:
Als nächstes wird der Fangklappen-Pflanzstein hergestellt. Die Klappe besteht, wie das Rückenbrett und der Schieber, aus Siebdruckholz. Sie ist mit einem Scharnier befestigt und kann mit dem Spanndraht hochgehalten werden. Dazu läuft der Draht von der Mitte der Klappe durch eine Schrauböse an der Decke zu einer weiteren Schrauböse über der „Magnet-Rauslösung“ zum Stift auf dem Haltescharnier. Fixiert wird die geschlossene Klappe von einem Riegelscharnier, das oben auf der gegenüberliegenden Seite vom Klappenscharnier angeschraubt ist. An der Spitze des Riegelscharniers sitzt ein Drahtseil, das durch ein Loch in der Decke in den Aufsatz-Pflanzstein verläuft, der über der Klappe auf der Falle steht und mit einer Gehwegplatte abgedeckt wird. Mithilfe des Drahtseiles
kann das Haltescharnier gelöst werden.

5 Kessel:
Der Kessel besteht aus zwei großen Pflanzsteinen. Er wird von dem Rückenbrett verschlossen. Dort ist der Schieber zum Entnehmen des Fuchses angebaut. Er verschließt die Öffnung von 22 x 22 cm. In den Pflanzstein vor dem Kessel wird in die Decke und in
den Boden je ein Loch gebohrt, sodass eine Gewindestange von 6 mm von oben hineingesteckt werden kann. Somit wird verhindert, dass ein gefangener Fuchs beim Anbringen des Abfangkorbes nach vorn aus dem Kessel entweicht.

Aufstellen im Revier
Der Standort für den Fallen-Kunstbau sollte ruhig und abseits von Wegen liegen. Ideal ist er an Heckenstreifen oder Wasserläufen. Es sollten keine Naturbaue in der Nähe sein. Der Eingang sollte nach Südost zeigen und wie bei Naturbauen in die Erde führen.
Davor schüttet man weißen Sand zum Abfährten. Er soll auch Aushub vortäuschen. Besonders wichtig ist, dass der Kessel höher liegt als der Eingang, damit die warme Luft darin bleibt und kein Wasser hineinlaufen kann. Das ermöglicht ein Herausragen des Kessels aus der Erde, sodass gefangenes Wild leicht mit einem Abfangkasten entnommen werden kann. Damit das Rückenbrett lange hält und der Jäger bei Schnee und Eis leicht an den Schieber kommt, deckt man es mit einer Plane ab. Unter den Klappen-Pflanzstein wird eine Rasenkantenplatte gelegt. Sie verhindert ein Verrutschen der Steine und somit ein
Verklemmen der Fangklappe. Damit kein Licht in den Kunstbau fällt, wird auf das Gitter des Auslöse-Pflanzsteines ein Jutesack gelegt. Zwei Gehwegplatten werden nun vor die Seitenöffnungen der Pflanzsteine gesetzt und eine auf den Jutesack. Zwar kann die gesamte Röhre aus Pflanzsteinen bestehen. Besser, preiswerter, einfacher und vor allem effektiver ist, die Röhre mit Betonrohren von 20 Zentimetern Durchmesser zu bauen. Mit Zement wird der Übergang zwischen Betonrohr und Anfangs-Pflanzstein verschlossen.