Mein erster eigener Jagdhund

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Das Vorstehen klappt mittlerweile ganz gut. Hier zählt neben der Veranlagung, vor allem der Gehorsam. Foto: Aryna Stark

Jagd ohne Hund ist Schund. Ein Spruch der sicherlich viel Wahrheit enthält, denn ist der Hund dann auch einmal jagdlich brauchbar, ist er der treuste Gehilfe, welchen sich ein Jäger vorstellen kann. Für mich gehören die Jagd und der Jagdhund fest zusammen. Für eine tierschutzgerechte Ausübung der Jagd sind Jagdhunde unabdingbar. Ob Apportieren, Nachsuchen, Vorstehen oder Stöbern die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig.
Meine Freundin und ich haben jetzt zwei Jahre unseren Jagdschein und mit Hunden kennen wir uns beide auch aus, also war es eine logische Schlussfolgerung uns einen Jagdhund anzuschaffen. Also haben wir uns im vergangenen Juni unseren Kleinen geholt. Wir haben uns für einen “Grauen” aus jagdlicher Leistungszucht, was so viel heißt, dass beide Elterntiere unseres Weimaraners bis zur Meisterprüfung alle Prüfungen durchlaufen haben und die Welpen jagdlich geprägt worden sind. Die ersten Wochen mit unseren kleinen
Albert waren jagdlich nicht relevant. Hier ging es mehr um Dinge, wie Stubenreinheit, Grundgehorsam und dass er zu einem kommt, wenn man seinen Namen ruft oder in die Pfeife pfeifft. Dies geschah bis auf das ein oder andere kleine Malheur ganz gut und man sah wie der Kleine von mal zu mal besser hörte. Nachdem sich Albert bei uns gut eingelebt hat, besuchten wir mit ihm die Welpenstunde in einer Hundeschule und mussten  feststellen: Wir haben anscheinend einen Welpen, der andere Welpen nicht wirklich leiden kann. Statt mit den anderen „Zwergen“ zu spielen setzte er sich neben mich und wollte mit seinen Artgenossen nichts zu tun haben. Das wurde dann zum Glück von Woche zu Woche besser. Parallel zur Welpenstunde informierten wir uns auch über jagdliche Hundeschulen
und hier eine zu finden ist nicht einmal so einfach. Denn jagdliche Hundeschulen oder Hundetrainer sind dann doch etwas rarer gesät als normale Hundeschulen. So fahren wir jetzt einmal die Woche gut 40 km zu unserem Jagdhundetrainer. Und eines ist klar obwohl wir uns sicherlich mit „normaler“ Hundeausbildung auskennen – jagdliches Training ist etwas ganz Anderes. Die ersten Stunden in der Ausbildung zum Jagdhund drehten sich
darum, die Anlagen zu fördern, die der Kleine in sich trägt. Das waren schon echt spannende Stunden, die wir da bei unserem Trainer verbracht haben und man sah wie sich der Hund entwickelt. Nach jeder Stunde gab es dann auch ein paar Hausaufgaben wie zum Beispiel Training mit der Reizangel, Schleppen oder Gehorsamsübungen. Zumindest die Gehorsamsübungen waren uns nicht fremd, bei den jagdlichen Hausaufgaben hatten wir dann doch des öfteren die ein oder andere Rückfrage. Auch die Hundeausstattung ist bei einem Jagdhund etwas anders. So findet man in unserem Haus mittlerweile in fast jedem Raum Trockenwild-Apportel.

Apportieren ist seine Leidenschaft. Foto: Benedikt Dellert

Natürlich haben wir uns auch das ein oder andere Buch zum Thema Jagdhundeausbildung
geholt, um festzustellen das es jeder Autor etwas anders macht. Der wohl beste Weg ist es sich Input zu holen und mit diesem seinen eigenen Weg zu gehen. Uns geht es nicht nur darum den perfekten Jagdhund zu haben. Für uns ist unser Kleiner auch gleichzeitig ein Familienmitglied und muss im normalen Leben funktionieren. Ob und wie wir diesen Spagat schaffen wird sich zeigen. Bislang muss ich aber sagen wir sind verdammt stolz darauf was wir bislang erreicht haben und werden auch in Zukunft viel Zeit, Nerven und Kilometer in die Ausbildung investieren. Das nächste Ziel heißt Verbandsjugendprüfung – mal schauen wie dort unser Fleiß belohnt wird. Ich halte euch natürlich auf den Laufenden.