Reisetipps-Auftakt im Ausland

Die 1. Auslandsjagdreise steht vor der Tür. Kosten für Unterkunft und Abschuss sind geklärt. Doch es muss noch mehr beachtet werden.
Reisetipps
Wer kennt ihn nicht, den großen Wunsch, auch mal im Ausland zu jagen? Als Jungjäger mit möglicherweise kleinem Geldbeutel ist ein Murmeltier oder ein geringer Hirsch ein guter Einstieg. Mit dickerem Geldbeutel sind auch weitere Reisen möglich.
Doch egal, wo es letztlich hingehen soll, bei der Jagd außerhalb Deutschlands Grenzen, gibt es einiges zu beachten.
Ich packe in meinen Koffer …
Je nachdem, wo es hingehen soll und welche Jagdart ausgeübt wird, muss der Koffer gepackt werden. Geht’s in die Berge, ist winddichte und gleichzeitig atmungsaktive Kleidung ein Muss. Es sollten genügend Wechselklamotten eingepackt werden. Denn wer im Berg jagt, kommt schnell ins Schwitzen. Nasse Kleidung ist im eisigen Wind in luftiger Höhe sehr unangenehm und auch nicht gesund.
Geht es zu einer Drückjagd, ist auch im Ausland Signalkleidung einzupacken. Und je nach Land und Jahreszeit, gehören warme Klamotten in den Koffer. Denn viel Bewegung hat der Jäger auf einem Drückjagdbock bekanntlich nicht.
Geht´s zur Pirsch, sind eher dünne Klamotten mit viel Bewegungsfreiheit wichtig. Für die meisten Länder sollte auch etwas Regendichtes eingepackt werden. Festes Schuhwerk, das bereits eingelaufen ist, gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm. Es gibt nichts Schlimmeres, als mit Blasen an den Füßen zu jagen.
Reisen mit der Waffe
Grundsätzlich sollte der Reiseveranstalter gefragt werden, ob eine eigene Waffe mitgebracht werden muss, oder ob es vor Ort eine Leihwaffe gibt. Gibt es die Möglichkeit, eine Waffe zu leihen, kann sich der Grünrock einigen Aufwand ersparen, zumindest wenn er per Flugzeug anreist. Ganz egal, wofür sich der Jäger entscheidet, ein Probeschuss vor Ort ist unausweichlich.
Wer sein eigenes Gewehr mitnimmt, sollte sich beim Vermittler informieren, wie viel Schuss er voraussichtlich benötigt. Bei der Fluggesellschaft erfährt der Nimrod des Weiteren, wie viel Schuss er im Flugzeug transportieren darf.
Mit dem Europäischen Feuerwaffenpass können Waffen und Munition in EU-Staaten oder Nicht-EU-Staaten, die dem Schengen-Abkommen beigetreten sind, mitgenommen werden. Wer sich unsicher ist oder seine Waffe in Länder außerhalb Europas mitnehmen möchte, kann seinen Jagdreiseveranstalter kontaktieren oder bei der jeweiligen Botschaft nachfragen. Die Waffenbesitzkarte und der Deutsche Jagdschein müssen in jedem Fall mitgeführt werden, wenn mit der Waffe gereist wird.
Zum Fliegen braucht es einen verschließbaren Hartschalen-Waffenkoffer. Die Munition wird in einer Geldkassette verschlossen und im Koffer verstaut. Das Jagdmesser, wenn eines gebraucht wird, kann dort auch sicher aufbewahrt werden.
Wichtig ist, dass bereits beim Buchen des Fluges eine Waffe angemeldet wird. Für den Check-In sollte mindestens eine Stunde mehr eingerechnet werden. Zu empfehlen sind Direktflüge, um einen Verlust der Waffe möglichst unwahrscheinlich zu machen. Außerdem ist ein ausländischer Jagderlaubnisschein notwendig, teilweise sogar eine gesonderte Waffen- beziehungsweise Munitionseinfuhrerlaubnis.

Vorab informieren
Wer bequem und warm schlafen möchte, sollte sich vor der Reise beim Vermittler über die Unterkunft informieren. Vor allem wenn in einer Jagdhütte genächtigt wird, kann es sein, dass auch eine Isomatte mitgebracht werden muss, ebenso ein Schlafsack. Manchmal muss auch für Handtücher selbst gesorgt werden.
Es gibt nichts Schlimmeres, als im Ausland ohne Geld dazustehen. Daher ist es wichtig zu wissen, ob und wie viel Bargeld benötigt, und die jeweilige Kreditkarte akzeptiert wird. Beim Bargeld sollte auch noch nachgehakt werden, welche Währung angenommen wird.
Sollte die 1. Auslandsreise gleich weiter weg gehen, muss sich der Grünrock dringend über möglicherweise notwendige Impfungen informieren. Einen Auslandskrankenschutz haben die meisten in irgendeinem Versicherungspaket abgeschlossen. Wer das nicht hat, sollte eine separate Versicherung abschließen.
Nie verkehrt
Kein Muss, aber nie verkehrt, ist eine kleine Reiseapotheke. Deren Inhalt variiert je nach Zielland. Sonnencreme und Insektenschutzmittel sind häufig ebenfalls sehr hilfreich.
Wer im Ausland auf Pirsch geht, ist auf einen guten Zielstock angewiesen. Häufig gibt es vor Ort nur ein Einbein. Wer einen eigenen Zielstock mitnimmt, ist gut beraten. Es gibt Stöcke mit 2 Auflagen und 4 Beinen, die zusammengeklappt in einen Koffer passen.
Einen genauen Fahrplan für Auslandsjagdreisen gibt es nicht, da jedes Land unterschiedlich ist und andere Regeln hat. Mit diesem „Grundfahrplan“ ist der Jäger aber gut bedient. Detailfragen müssen mit Jagdreisevermittler, Fluggesellschaft und der Botschaft geklärt werden. Fotos und Text: Sophia Lorenzoni

