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Schalenwildarten und Neozoen nehmen stetig zu

  • Kategorie Aktuelles
  • Datum 5. Dezember 2016
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Landesjagdbericht 2015/16

PM Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. 02.12.2016

Bestände von Niederwildarten bereiten weiter Sorge – Landwirtschaftsministerium und Landesjägerschaft stellen Landesjagdbericht 2015/16 vor

Die Bestände bei Niederwildarten wie Fasan und Rebhuhn geben in Niedersachsen weiterhin Anlass zur Sorge. Gleichzeitig nehmen Schalenwildarten wie das Reh-, Rot- und Schwarzwild sowie die eingewanderten Arten Nutria und Waschbär weiter zu und werden daher verstärkt bejagt. Dies sind einige der Schwerpunktthemen im Landesjagdbericht 2015/2016, der gemeinsam vom Landwirtschaftsministerium und der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) vorgestellt wird. Auch der 14. Landesjagdbericht gibt detailliert Auskunft über die regional aufgeschlüsselte Entwicklung der einzelnen Jagdstrecken.

Regional vorkommende hohe Bestände von Schalenwild können in den Wäldern zum Verbiss der aufwachsenden Bäume und zum sogenannten „Schälen“ der Rinde führen. Das kann auch ältere Bäume schädigen. „Um die Schäden in unseren Forsten in Grenzen zu halten, müssen wir das Schalenwild intensiv bejagen. Dies ist auch deshalb wichtig, damit wir die großen Anstrengungen in den Forstämtern für den naturnahen Waldumbau mit artenreichen Mischwäldern nicht gefährden“, sagt Landwirtschaftsminister Christian Meyer.

Dass eine intensive Bejagung erfolgt, belegen die Gesamtzahlen der erlegten Tiere, die sogenannte jährliche Jagdstrecke: Beim Rotwild hat sie sich von 7.600 auf einen neuen Höchstwert von jetzt 8.400 und damit um elf Prozent erhöht. In den vergangenen 60 Jahren hat sich die Rotwildstrecke damit nahezu verdreifacht. Die Jagdstrecke bei den Wildschweinen stieg von etwa 42.000 Stück im Vorjahr auf jetzt rund 45.000 erlegte Tiere. Auch beim Reh- und Damwild ist die Jagdstrecke im Vergleich zum Vorjahr angewachsen: Auf 128.765 Rehe, was einer Steigerung um etwa fünf Prozent entspricht, und auf 12.717 Stücke Damwild, was einen leichten Anstieg zum Vorjahr widerspiegelt. Beim Muffelwild ging die Jagdstrecke im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwas zurück – und zwar auf 412.

Demgegenüber hat die Intensivierung der Landwirtschaft den Lebensraum für viele Niederwildarten zunehmend verschlechtert, insbesondere beim Fasan und beim Rebhuhn. Sie sind angewiesen auf eine reich strukturierte Landschaft mit Feldrainen oder Brachflächen. Während in den 1960er- und 1970er-Jahren beim Rebhuhn jährliche Jagdstrecken von 60.000 Tieren keine Seltenheit waren, verzichten die Jäger jetzt weitgehend auf die Bejagung des Rebhuhns.
„Wir haben in den vergangenen Jahren mit erheblichen Forschungsmitteln, finanziert aus der Jagdabgabe des Landes Niedersachsen, den Rückgang dieser Arten untersuchen lassen, um Ursachenforschung zu betreiben und Lösungsansätze zu finden. Klar ist, neben intensiver Bejagung der Beutegreifer sind auch lebensraumverbessernde Maßnahmen wie etwa Blühstreifen oder Rand- und Saumstrukturen wichtig“, sagte LJN-Präsident Helmut Dammann-Tamke.

Ein anderes Schwerpunktthema des aktuellen Landesjagdberichtes sind die die sogenannten Neozoen, also eingewanderte Tierarten wie Waschbären, Nutria oder Marderhunde, die sich stark vermehren und einheimische Tierarten teilweise verdrängen. Die starke Verbreitung der Nutria, einer aus Südamerika eingeschleppten Nagetierart, führt niedersachsenweit zu vermehrten Schäden an Bachläufen, Dämmen und Deichen. Die Bestandsreduzierung durch Abschuss ist daher zu intensivieren. Die Jagdstrecke bei Nutria hat sich von jährlich zuletzt 7.600 auf jetzt rund 10.400 Tiere und damit um 37 Prozent erhöht, beim Marderhund von etwa 2.400 auf jetzt 2.800 Tiere. Die in den 1980er-Jahren eingewanderten Marderhunde haben ihren Verbreitungsschwerpunkt insbesondere im Nordosten des Landes.
Die umfangreiche Wildtiererfassung der Landesjägerschaft Niedersachsen feiert jetzt ihr 25-jähriges Jubiläum. Sie basiert auf den Daten von mehr als 80 Prozent der landesweiten Jagdreviere und wird wissenschaftlich durch das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Tierärztlichen Hochschule Hannover durchgeführt und ausgewertet. Dieses niedersächsische Erfolgsmodell liefert unter anderem auch viele Zahlen, Daten und Fakten für den alljährlichen Landesjagdbericht.

Landesjagdbericht 2015/16
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