Schnitt- und Stichschutzhandschuhe

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Schnitte in Hand und Finger passieren häufig beim Zerwirken. Solche Verletzungen sind schnell infiziert. Sie heilen schlecht. Die Lösung: Handschuh an. Kleine Kosten, große Wirkung.

Finger
Eine Auswahl Schnitt- und Stichschutzhandschuhe Sie sollen Jägers Finger schützen. Fotos: Markus Lück

Armin Liese
Ein Stich- oder Schnittschutzhandschuh aus dem Schlachtereibedarf zählt zwar nicht unbedingt zu den typischen Ausrüstungsgegenständen eines Waidmanns, aber er könnte dazu aufsteigen. Im Internet schreibt ein Jäger: „Nachdem ich mir vor ein paar Monaten aufgrund der Paarung von eigener Dummheit, Hektik und gedanklicher Abwesenheit ein von mir frisch geschärftes Messer bei schlechtem Licht dermaßen in den Ringfinger der linken Hand gerammt habe, musste der Schnitt mit 12 Stichen geflickt werden. Danach habe ich von meiner Frau einen Stichschutz-Handschuh aus Edelstahlgeflecht geschenkt bekommen. Es ist ein Modell mit kurzer Stulpe, die auch noch zuverlässig den Bereich der Pulsadern am Handgelenk schützt. Gestern Abend habe ich ihn wieder beim Zerwirken von 2 Rehen genutzt, und ich bin begeistert.“ Grund genug sich solche Handschuhe mal genau anzuschauen.
11 Kandidaten treten zum Test an. Grundsätzlich muss man dabei zwischen Stichschutz-Handschuhen (aus Metallgewebe, 2 Exemplare) und Schnittschutz-Handschuhen (Normalgewebe mit Sicherheitssehne, 9 Exemplare) unterscheiden.

Hardcore-Test: Eine Karotte wird in den Handschuh gesteckt.
Danach schneidet die Aufschnittmaschine für 5 Sekunden. Dieser Belastung hielt kein Schnittschutz-Handschuh stand.

Die Sicherheit beim Stich mit einem spitzen Messer bieten nur die Kettenhandschuhe, da sich die feinen Drähte kaum verschieben lassen. Dafür hat man das Gefühl eines etwas schwabbeligen Überziehers, der sich auf der Hand verschiebt.
Die Schnittschutzhandschuhe sind alle ähnlich aufgebaut: vom Gefühl her wie ein enganliegender Arbeitshandschuh, mit dem Schutz gegenüber Schnittverletzungen. Dabei sind manche Handschuhe dicker und grob gewebt, andere wasserdicht aus dem Angelbereich und ein Kandidat fast so dünn wie ein Latexhandschuh (Cutguard bluetouch).
Zwei Merkmale haben alle gemeinsam: Ein Schnitt mit dem Messer durchs Gewebe ist unmöglich, und sie sind maschinenwaschbar. Damit haben sämtliche Handschuhe den Test bestanden. Um Schnittschutz-Handschuhe aufs Eingemachte zu testen, wurde eine Möhre in einen Finger geschoben und für 5 Sekunden mit festem Druck an die Scheibe einer Aufschnittmaschine gehalten. Fazit: Das hält keiner aus.

Ausbeinen mit Sicherheit: Schnelleres Arbeiten und weniger Sorgen um Verletzungen sind möglich!

Aber solch eine Belastung ist in der Praxis nicht zu erwarten. Um trotzdem den Härtefall zu testen, wurde ein Messer mit richtig Druck über den Finger mit der eingeführten Möhre gezogen. Auch hier hielten alle Kandidaten ihr Versprechen.
Fazit: Ob Kettenhandschuh oder die gefühlsechte Variante ist Geschmackssache. Nach 20 Jahren Zerwirken und Ausbeinen ohne Handschuh ist höchste Zeit für den Wechsel. Es gab reichlich Verletzungen, die schlecht heilten. Daher: Mach’s mit!