Umweltbildung mit Jägern immer beliebter

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PM DJV

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die Zahl der pädagogisch tätigen Jäger ist in sechs Jahren um 80 Prozent gestiegen – mehr als 7.000 waren es 2017. Für Bildungsarbeit investierten Jägerschaften 2017 knapp 410.000 Euro – plus 24 Prozent gegenüber 2011. Drei Viertel der Jägerschaften haben inzwischen ein ausgewiesenes Budget für Lernort Natur.

Umweltbildung
Seit 1991 bieten pädagogisch geschulte, ehrenamtlich tätige Jäger im DJV mit Lernort Natur erlebnisreiche Reviergänge an. Quelle: Kapuhs/DJV

Lernort Natur, das naturpädagogische Angebot der Jäger, wird immer beliebter, zeigt eine Lernort-Natur-Umfrage: Die Zahl der ehrenamtlich tätigen, pädagogisch geschulten Jäger ist von 2011 bis 2017 um 80 Prozent gestiegen – und zwar auf mehr als 7.000. Insgesamt knapp 11.400 Stunden verbrachten diese monatlich mit Umweltpädagogik in den knapp 500 Kreisjägerschaften unter dem Dach des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und erreichten mehr als 800.000 Menschen. Teilgenommen hat an der bundesweiten Befragung (ohne Bayern) ein Viertel der Jägerschaften.

Über 70 Prozent der Jägerschaften verfügen über ein kontinuierliches Lernort-Natur-Angebot. Für Lernort-Natur-Material und Ausrüstung investierten Jägerschaften 2017 hochgerechnet rund 410.000 Euro –darunter Mittel von der Kreisgruppe, vom LJV, vom Förderverein oder Spenden. Das ist knapp ein Viertel mehr Geld als sechs Jahre zuvor. In über 42 Prozent der Jägerschaften werden private Mittel eingesetzt. Hauptzielgruppen der naturpädagogischen Bildungsarbeit sind Menschen im Kindergarten- und Grundschulalter. Fast jede dritte Jägerschaft gestaltet inzwischen Projekttage an Schulen und Ferienprogramme. Immer beliebter sind Kooperationen mit anderen Naturschutzverbänden: Knapp zwei Drittel der Jägerschaften gingen solche 2017 ein, das sind 50 Prozent mehr als 2011. Die Prognosen für die Zukunft der Bildungsinitiative Lernort Natur sind gut: 80 Prozent der Jägerschaften berichten von einer Zunahme der Nachfrage.

Nach wie vor besteht großes Interesse an Weiterbildung, wobei das Thema Wald- und Erlebnispädagogik mit mehr als 56 Prozent (2011: 54 Prozent) weit vorn liegt, gefolgt von Wildpädagogik (45 Prozent). Öffentlichkeitsarbeit (36) rutschte als Weiterbildungsthema vom zweiten Platz im Jahr 2011 auf Platz vier ab. Das Materialangebot von DJV und LJV wird wie 2011 von 81 Prozent als “sehr gut” bis “gut” bezeichnet. Innerhalb der Jägerschaften hat das Thema Lernort Natur augenscheinlich an Bedeutung gewonnen: Mehr als drei Viertel hatten 2017 einen eigenen Haushaltstitel dafür. 2011 war es nur etwa jede zweite Jägerschaft.

Seit 1991 bieten pädagogisch geschulte, ehrenamtlich tätige Jäger im DJV mit Lernort Natur erlebnisreiche Reviergänge an. Ziel ist es, dass Kinder die Natur mit allen Sinnen entdecken und lernen, nachhaltig mit natürlichen Ressourcen umzugehen. Lernort Natur ist ein anerkanntes Projekt der „Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 – 2014“ und wurde zwei Mal von der UNESCO ausgezeichnet. Der DJV bildet laufend Jäger zum DJV-Naturpädagogen aus. Für die Zertifizierung ist die Teilnahme an fünf Seminar-Modulen der Reihe “Lernort Natur kompakt” notwendig. Das entspricht rund 15 Seminartagen mit rund 80 Stunden theoretischem und praktischem Unterricht.