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WAS IST JAGDDRUCK?

  • Kategorie Aktuelles, Jagdpraxis / Brauchtum
  • Datum 18. Januar 2018
  • Kommentare 0 comment

Von der Maus bis zum Hirsch
Wo gejagt wird, üben die Jagenden Einfluss auf die Gejagten aus. Man spricht dann in der Regel von „Jagddruck“. Wie und wo er überall auftritt und welche Konsequenzen er für uns Jäger hat, behandelt dieser Beitrag.
Andreas David

Jagddruck
FOTO: BURKARD WINSMANN-STEINS

Vor gut 15 Jahren habe ich eine Diskussion mit einem passioniert jagenden und wortgewaltigen hohen niedersächsischen Verwaltungsbeamten geführt, oder besser führen müssen, für den „Jagddruck“ schlichtweg nicht existent war. Meine angeführten Beispiele, seinerzeit durch aktuelle wissenschaftliche Erhebungen untermauert, verneinte er und tat sie (wörtlich) als „Tüddelkram“ ab: „Völliger Quatsch. Das gibt’s überhaupt nicht!“ Sicher war hier eher der Wunsch der Vater des Gedankens denn feste Überzeugung, oder er folgerte angesichts der eigenen Jagdpraxis messerscharf, dass nicht sein kann, was nicht sein darf … Doch es gehört letztlich auch zur Jagd, dass wir unser Tun stets erneut hinterfragen. Denn schließlich sind wir nicht allein auf der Welt und müssen uns mit anderen Nutzern arrangieren (§ 1 Abs. 2 BJG). Und irgendwas muss ja dran sein am Jagddruck, der ganz allgemein zunächst völlig wertfrei als „Bejagungsintensität“ definiert wird. Das zeigen unzweifelhaft jene großen Reviere oder Forstämter, in denen die Schalenwildbejagung von einer mehr oder minder unberechenbaren und dauerhaften Ansitz- und Pirschjagd mit hohem Jagddruck auf eine zielgerichtete Schwerpunktbejagung und/oder Intervalljagd umgestellt wurden. Die Ergebnisse wildbiologischer Forschung zu dieser Thematik sind eindeutig. Denn schon nach relativ kurzer Zeit wurden dort auch Rot- und Schwarzwild wieder vermehrt tagaktiv und deutlich vertrauter als zuvor, was schließlich zu spürbaren Rückgängen der Verbiss- und Schäl-Störungsformen geführt (z. B. KALCHREUTER & GUTHÖRL 1997, PETRAK 2001). Dabei ist Jagddruck an sich kein spezifisch menschliches Phänomen. Denn es jagen bekanntlich nicht nur Menschen in unseren Revieren. So ist seit langem erforscht, wie zum Beispiel Rehwild sein Raum-Zeit-Verhalten über längere Perioden hinweg verändert, wenn plötzlich der Luchs oder Wolf auftaucht. Wobei dann nicht von Jagd-, sondern Beutegreiferdruck gesprochen wird. Wie sich Jagddruck durch Prädatoren auswirkt, kann man ebenso trefflich beim plötzlichen Auftauchen von Greifvögeln beobachten. Die schlagartigen Verhaltensänderungen der Beutetiere entsprechen dabei natürlichen Strategien, die sich im jahrzehntausende schäden führte. Es ist schon beeindruckend, am frühen Nachmittag und bei allerbestem Licht eben jene beiden Wildarten weniger scheu im Grünland oder auf Schneisen, Brandschutzstreifen und Dauergrünflächen äsend oder brechend beobachten zu können. Das Ganze wurde wohlgemerkt bei etwa gleichbleibenden, teilweise gar bei leicht steigenden Abschusszahlen erreicht. Allerdings – und das darf nicht unerwähnt bleiben – wurde diese Umstellung meistens auch von Maßnahmen zur Lebensraumberuhigung und Besucherlenkung begleitet. So wurden neben den jagdlichen auch andere anthropogene Störreize reduziert. In der Fachliteratur wird Jagddruck lediglich als eine von zahlreichen menschlichen langen Nebeneinander von Beutegreifern und ihren Beutetieren entwickelt und bewährt haben. Jagddruck ist also überall dort ein völlig natürlicher Faktor in jedwedem Ökosystem, wo Raubtiere im weiteren Sinne vorkommen oder vorkamen, was fast weltweit der Fall ist. Jede Maus in freier Wildbahn hat Jagddruck! Diese Tatsachen wiederum sprechen unzweifelhaft dafür, dass der Jagddruck durch den Jäger in den meisten Revieren weder extrem noch unzumutbar hoch und andererseits schon gar nicht unnatürlich ist. Denn im Revier von Otto Normaljäger reduziert sich der Druck in der Regel auf eine Treibjagd pro Jahr, gelegentliche Ansitze unter der Woche oder am Wochenende sowie auf einige Aktionen auf Enten oder Tauben. Umso unverständlicher sind die dahingehenden Meinungsäußerungen, dass „Jagddruck“ quasi erst mit der modernen Jagdausübung oder dem Einsatz moderner Schusswaffen auftauchte. Erstaunlicherweise fordern häufig jene Vertreter eine möglichst weitgehende Reduktion des (menschlichen) Jagddrucks, die gleichzeitig den gebietsweise restlos überhöhten Prädationsdruck durch Rabenvögel auf andere Singvögel als notwendige Triebfeder der Evolution ansehen und für die weitere Anpassung der betroffenen Arten an veränderte Umweltbedingungen als absolut notwendig erachten. Selbstverständlich gehören Rabenvögel natürlicherweise genauso in die hiesigen Artengefge wie zum Beispiel der Große Brachvogel, der Kiebitz, die Feldlerche oder andere Bodenbrüter beziehungsweise „Nicht-Höhlen-Brüter“. Im Falle der Rabenvögel aus Sicht ihrer Beutearten aber eben nicht in der aktuell gegebenen hohen Zahl beziehungsweise Dichte. Spricht man heute über Jagddruck, steht – wie meistens – das Schalenwild im Mittelpunkt. Dies umso mehr, als dass die großen

Die Jagd mit Hunden wird häufig kritisiert. Dabei sind unsere Schalenwildarten an diese Form von Druck am besten angepasst. Doch sollten die infrage kommenden Flächen am besten nur ein-, höchstens zweimal pro Jahr bejagt werden
Dauerdruck durch freilaufende oder streunende Hunde macht das Wild scheu und „unsichtbar“. Der Jagderfolg vom Ansitz aus sinkt dann zwangsläufig

Beutegreifer, wie Bär, Luchs und Wolf, in Mitteleuropa großflächig verschwunden sind. Vor diesem Hintergrund ist es besonders verwunderlich, dass viele unserer nichtjagenden Mitmenschen offenbar vor allem mit Bewegungsjagden große Probleme haben. Dies zeigte sich kürzlich erneut in einem Gespräch mit einem wohl knapp sechzigjährigen Spaziergänger (mit Hund), der mich Anfang Juni beim Einsäen von Saatgut auf einer Stilllegungsfläche entdeckte. Nachdem ich ihm Sinn und Zweck meiner Arbeit erklärt hatte, offenbarte er mir zunächst, dass er eigentlich ja nichts gegen die Jagd hätte: „So vom Hochsitz aus, im Verborgenen und so … Naja, Sie wissen schon … Aber diese Jagden mit Hunden – das habe ich im Fernsehen gesehen – nein, das muss nicht sein. Absolut nicht! Das ist ja auch gar nicht notwendig. Und wenn sich jemand dafür einsetzt, dass solche Jagden verboten werden, dann ist das völlig in Ordnung. Ich habe das gesehen, wie die Hunde hinter einem Hirsch herrannten. Dem Hirsch hing schon die Zunge raus. Ich glaube, es war ein Hirsch. Nein, nein, das gehört verboten! Aber ansonsten ist Jagd sicher notwendig und okay.“ Ohne auf die endlosen Diskussionen um die Wildbretqualität näher eingehen zu wollen, habe ich zunächst versucht, ihm zu verdeutlichen, dass vor Beutegreifern flüchtendes Wild etwas völlig Natürliches ist und diese Form der Jagd häufig gerade dort zum Einsatz kommt, wo der Jagddruck reduziert werden soll. So würde zum Beispiel das Land Sachsen vor dem Hintergrund des erneuten Wolfvorkommens mit „seiner heilen Natur“ werben. Doch auch Wölfe hätten eben ihre artspezifische Form des Nahrungserwerbs. Und auch Rotwild sei folglich an weiträumige Fluchten bestens angepasst. „Jaja, okay, das mag ja alles sein, aber das ist doch etwas völlig anderes. Die Wölfe müssen das machen. Die müssen ja auch fressen. Aber die Jäger doch nicht! Das ist ja überhaupt nicht vergleichbar. Guten Tag.“ Ein Punkt, der in vergleichbaren Debatten leider oft zum Streit führt: Natur ist okay, Natur will jeder! Aber zuviel Natur? Oder jene Natur, die viele Menschen nur allzugern ausblenden? Nein – das muss dann vielleicht doch nicht sein. Dabei wird verkannt, dass der Jagddruck durch die vermeintlich beschauliche Ansitzjagd im Sinne einer Dauerbelagerung langfristig letztlich deutlich höher ist als die Bewegungsjagd mit Hunden, die nur ein oder zwei Mal pro Jahr im selben Revierteil stattfindet. Denn genau deshalb bedient man sich ihrer ja in vielen privaten und fiskalischen Waldrevieren. Darüber hinaus sollten wir alle uns zwischendurch und immer mal wieder vergegenwärtigen, wie es einem Rehkitz ergeht, das zum Beispiel von Sauen gegriffen wird. Das Allesfresser-Gebiss der Sauen quetscht  und knackt, lautes Klagen, und dann ist wieder Stille. Heile Welt!? Natur ist brutal, gnadenlos brutal – jedenfalls aus der Sicht vieler Menschen.

Natürlicherweise steht auch das Niederwild 365 Tage im Jahr durch verschiedene Beutegreifer unter Prädationsdruck FOTOS: HORST ARNDT, BURKHARD WINSMANN-STEINS
Die einmal jährlich stattfindende Treibjagd dürfte guten Gewissens „zumutbar“ sein. Fortwährende Stokeljagden dagegen führen zu hoher Unruhe und eventuell zu einer Übernutzung der Besätze

Das alles spricht nun aber keinesfalls dagegen, dass wir unnötigen Jagddruck – wann und wo immer möglich – reduzieren sollten. Ohne das jagdgesetzlich vorgegebene und angestrebte Ziel aus den Augen zu verlieren. Ein gewisses Maß an Jagddruck muss also einfach sein und ist für das Wild auch völlig normal. Alles andere ist wie „wasch mich, aber mach mich nicht nass“! Es sei denn, wir würden das Wild irgendwann einfach vergiften. Dann wäre der Druck gleich Null, und alles völlig entspannt. Oder doch nicht? Ein besonderes Problem stellt die Quantifizierung des Jagddrucks dar. Wann ist er zu hoch, wann ist er angemessen? Zu hoch ist er als Faustregel zweifelsohne dann, wenn man bei einem bekannt relativ hohen Wildbestand „nichts mehr sieht“ und sich das Wild fast nur noch nachts im Revier außerhalb der schützenden Deckung bewegt. Doch sollte selbst dann zeitgleich zum Hinterfragen der Jagdpraxis ein Abgleich mit sonstigen Störreizen und ihrer Intensität vorgenommen werden. Kommt man dann zu dem Schluss, dass es tatsächlich an der Form der Jagdausübung liegt, ist es an der Zeit, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, das möglichst alle Störreize inklusive der Jagd berücksichtigt. Die Kunst besteht dann wie bereits erwähnt darin, bei vermindertem Jagddruck eine höhere Strecke zu realisieren. Das solches Ansinnen funktioniert, zeigen mittlerweile ausreichend viele Beispiele. Dabei gilt es jedoch, nach der ersten missglückten Bewegungsjagd oder dem ersten unbefriedigendem Sammelansitz (Intervalljagd), die Flinte nicht gleich ins Korn zu werfen. Bekanntlich ist nicht jeder Tag Fangtag, und häufig spielen dabei Faktoren eine Rolle, die wir weder berechnen noch beeinflussen können. Konsequenz und Können im Sinne einer fortwährenden Optimierung sind gefragt. Solche Szenarien beschränken sich jedoch weitgehend auf große, zusammenhängende Waldreviere oder Revierkomplexe, in denen die Forstwirtschaft uneingeschränkt Vorrang hat und aus wirtschaftlicher und/oder ökologischer Sicht der Wildbestand offenbar zu hoch ist. Nun ziehen selbst relativ hartgesottene Jagdgegner und Paradies-Ökologen die Notwendigkeit der Schalenwildbejagung normalerweise nicht in Zweifel. Dieselbe Klientel bezichtigt uns aber auch häufig, im Bereich des Niederwildes einen zu hohen Jagddruck zu entfachen, unter dem dann auch nicht-jagdbare Arten zu leiden hätten. Der oft gehörte Vorwurf, dass allein durch den Schussknall der Flinte auch sämtliche anderen anwesenden Arten beeinträchtigt würden, konnten unter anderen RÖSSLER (1973) und BAMBERG (1989, „Zur Ausübung der Jagd im Nationalpark Schleswig- Holsteinisches Wattenmeer“) zumindest teilweise entkräften. Ihre Studien zeigen, dass selbst im Wattenmeer – einem völlig offenen Lebensraum also –, ein differenziertes Verhalten von bejagten und nicht bejagten Arten zu beobachten ist. Dies führte zum Teil soweit, dass nichtjagdbare Vogelarten einen Schrotschuss gelegentlich aushielten, ohne aufzufliegen, oder bereits nach wenigen Metern wieder einfielen. Andere fielen einzeln oder in Gruppen zur Nahrungssuche und Rast selbst in unmittelbarer Nähe der Wattenjäger ein. Doch auch bei den regelmäßig und mehr oder minder intensiv bejagten Arten scheint die Grenze der Kompensierbarkeit des momentanen Jagddrucks offenbar längst nicht erreicht zu sein. Besonders für das Niederwild ist Prädationsdruck darüber hinaus nach wie vor etwas völlig Normales und Alltägliches, da die Beutegreifer, die sich ganz überwiegend an Tiere in „normaler Niederwildgröße“ halten, noch immer im selben Lebensraum vorkommen. Einige von ihnen, so etwa der Fuchs, Rabenvögel, Greifvögel und Sauen in ungleich höheren Dichten als noch vor wenigen Jahren oder Jahrzehnten. Dass davon abgesehen der Gesamtdruck dort, wo in der Jagdzeit fortwährend unsinnige Stokeljagden durchgeführt werden oder allabendlich an jedem Gewässer im Revier mindestens fünf Flinten anstehen, zu hoch ist, wird ohnehin kein klar denkender Jäger in Frage stellen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass beim Jagddruck im Unterschied zu anderen Störreizen bei den tatsächlich bejagten Arten keine Gewöhnung (Habituation) stattfindet. Denn Jagddruck wirkt im Zweifel sofort tödlich.

Intervalljagden mit solchen Strecken dienen langfristig der Revierberuhigung. Außerdem helfen sie, Wildschäden zu mindern
Sofern sie nicht zu einer Dauerbelagerung der Einstände entartet, stellt die Einzeljagd nach wie vor eine schonende Form der Schalenwildbejagung dar

Zum Abschluss soll noch auf zwei besondere Fälle eingegangen werden. Einer ist eine weitere Folge der nach wie vor zunehmenden Freizeitnutzung der offenen Landschaft durch gleichgültige Mitmenschen, der andere jagdlich hausgemacht. Fall 1: Außerhalb der Anleinpflicht („Leinenzwang“) freilaufende Hunde ab einer gewissen Größe sind nicht nur eine Störung von vielen, sondern eine besondere Form von intensivem Prädationsdruck. Wildtiere wissen nicht, dass ein Großteil der Hunde meist schon nach kurzer Strecke aufgibt, und laufen im Sinne des Wortes um ihr Leben oder suchen ihr Heil im „Abflug“. In hochfrequentierten Landschaftsteilen kann dieser Druck trotz gesetzlicher Bestimmungen zu Dauerstress und chaotischen Rahmenbedingungen führen! Darüber hinaus braucht es eine unbekannt lange Zeit der Gewöhnung oder Anpassung daran, dass nicht „jeder annähernd bei Fuß gehende größere Beutegreifer“ zugleich eine potenzielle Gefahr für das eigene Leben oder den eigenen Nachwuchs darstellt. Vor diesem Hintergrund kann es durchaus zielführend sein, in besonders sensiblen Gebieten oder Ruhezonen, das Mitführen von Hunden grundsätzlich zu untersagen. Fall 2: Einige Jäger übertragen ihre eigene innere Unruhe oder beruflichen Druck häufig auf die eigene Jagdausübung. So werden an einem Abend oder Morgen nicht selten vier, fünf oder gar mehr Kanzeln und Leitern mit dem Auto oder Fahrrad angefahren. Ständiges Auf- und Abbaumen und häufige Ortswechsel führen auch in ansonsten „ruhigen Ecken“ zu erhöhter Scheu und letztlich dazu, dass das Wild seine Aktivitäten unnötigerweise vermehrt in die Dämmerung und Nacht verschiebt. Dies auch in Revieren, in denen vor allem Rehwild ansonsten auch vermehrt tagaktiv wäre, was bei gekonntem Einsatz die Bejagung wesentlich erleichtert. Was bleibt unterm Strich? Einerseits die Erkenntnis, dass überhöhter Jagddruck zu negativen Folgen für das Wild selbst und seine Lebensräume führen kann. Andererseits aber auch die Einsicht, dass eine angemessene, maßvolle und tierschutzkonforme Bejagung sicher keinen unzumutbaren und aus Populationssicht nicht kompensierbaren Druck aufbaut. Weiterhin sollte bei diesbezüglichen Diskussionen mit Blick auf die Hominiden-Evolution berücksichtigt werden, dass sich die Wildtiere ihre Lebensräume mit dem „Menschen“ als Jäger seit fast zwei Millionen Jahren teilen. Wir sollten es also im übertragenen Sinne mit Olli Kahn halten: „Mit Druck muss man umgehen können …“

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